HiRo-Run Hilpoltstein

Der „große“ Tag: mein erster Halbmarathon, der HiRo-Run 2016! Aufgrund der geknackten 40:00-Marke beim Winterwaldlauf und der ziemlich guten, völlig unerwarteten Trainings Halbmarathonzeit von 1:35:xx war das Ziel klar: Unter 1:30:00!
Die Vorbereitung lief allerdings alles andere als optimal …

Zwischen dem 24.3. und dem Renntag konnte ich nur einen Lauf wie geplant absolvieren: ein langer, knapp 20km Lauf Ende März. Ansonsten kamen erst Ostern, dann eine Erkältung und schließlich ein schmerzender Fuß dazwischen, sodass nur zwei weitere kleine Läufe (7 und 6 Kilometer) stattfinden konnten, sowie das Einlaufen am Tag vor dem Halbmarathon über 5km. Mein Fuß sorgte fast dafür, dass ich das Rennen abblasen hätte müssen. Was auch immer es war, es löste sich (hoffentlich endgültig) zwei Tage vor dem Lauf von selbst durch ein „knacken“ am Knöchel, dass ich mehr gespürt als gehört habe, auf.
Genug gejammert.

Raceday

HiRoRun_Start

Der Lauf startete zur für mich absolut ungewohnten Zeit von 17Uhr. Ich laufe in der Regel in der ersten Tageshälfte – entweder direkt vor der Arbeit oder in der Mittagspause, ganz einfach weil ich es so am besten in den Tag integriert bekomme. Aufbruch nach Hilpoltstein war um ca. 15Uhr – mit der Zielsetzung, dass die Kids im Auto noch eine Runde schlafen können, was auch prima funktioniert hat 🙂 Sehr entspannt gestaltete sich so auch das Abholen der Startunterlagen – vom Parkplatz (fast direkt am Start-/Zielbereich) einmal quer durch die Altstadt, Tüte gegriffen, zurück zum Auto und nochmal eine Runde einfach nichts machen und entspannen. Um ca. 16:15Uhr habe ich mich dann mal so langsam fertig gemacht – umgezogen, Nummer und Transponder an mir angebracht, Kinder aufgeweckt, ausgeladen und Richtung Start/Ziel marschiert. Dort haben wir uns erstmal orientiert und den Dixis einen Besuch abgestattet. Nachdem kurz darauf der Sprecher etwas von „So, nachdem wir uns dem Start nähern solltet ihr so langsam das WarmUp beenden.“ sagte habe ich mein WarmUp auch mal angefangen 😉 Das bestand im großen und ganzen darin eine kleine Runde durch die Altstadt zu drehen, nach 750m war ich schon fertig. Ich hätte noch etwas warten sollen, da zwischen WarmUp und Start dann 10min lagen, aber was solls, die Bewegung überhaupt tat ganz gut.

Das Rennen

HiRoRun_Karte

Vor dem Rennen hatte ich mir folgenden Plan zurecht gelegt: Dadurch, dass Zugläufer für 1:30, 1:45, 2:00 und 2:15 „gestellt“ wurden war meine Idee, dass ich mich von Anfang an am 1:30er orientiere und ihn kurz vor dem Ziel überhole um meine Zielzeit von unter 1:30 zu schaffen. Das Problem war allerdings, dass sich der Zugläufer erst sehr spät ins Starterfeld gesellte und ich entsprechend weit von ihm weg war. Mein spontaner Plan B: Ich schließe einfach im Laufe des Rennens zu ihm auf, bleibe dran und laufe zusammen mit ihm ins Ziel -> durch die Brutto/Netto Differenz sollte dann alles gut sein. Kurz vor dem Start gab es noch die obligatorische Runde Traubenzucker und der Countdown begann.
Mit dem Startschuss wurden alle Läufer (Halbmarathon und Hobby – 9,5km) auf die Strecke geschickt, die auf den ersten 2km identisch war. Ob es daran lag oder einfach an der Wettkampfsituation allgemein, dass ich das Rennen eigentlich (viel) zu schnell angegangen bin sei mal dahin gestellt. Kurz nachdem sich das Feld geteilt hat bin ich auf die Gruppe des Zugläufers aufgelaufen. Eigentlich wollte ich ja nach meinem Plan B dort mit laufen, aber das ging irgendwie gar nicht. Ich fühlte mich am Ende der Gruppe wie in einer Sardinendose, sodass ich nach wenigen Metern beschloss an dem Pulk vorbei zu ziehen. Gedacht, getan, ein paar schnelle Schritte und ich wurde mit einer freien Bahn belohnt.
Die folgende Rennphase war unspektakulär. Es ging am Kanal zur Schleuse, dort hoch, auf der anderen Seite wieder runter und am Kanal zurück in Richtung Rothsee.

Foto von nordbayern.de

Ich habe mich immer an den umliegenden Läufern orientiert, was ziemlich gut geklappt hat (bis auf das überhöhte Tempo :)). Kurz nach KM7 ging es vom Kanal weg über einen Hügel in Richtung Rothsee. Die Runde um den See war toll zu laufen, allerdings begann das Rennen für mich hier hart zu werden. Gut 3/4 der Seeumrundung war total entspannt, ab ca. KM12 / KM13 wurde es schwieriger. Hier habe ich mir meine zweite Ladung Traubenzucker eingeworfen – das war auch nicht die beste Idee, der wird ganz schön trocken :), ging aber.
Die Strecke zurück war in großen Teilen gleich der Strecke hin. Allerdings ist entweder das Hirn schon zu belastet oder man will es nicht wahr haben, jedenfalls ging es erst mal ganz schön bergauf, als es vom See weg ging. Gleich danach ging es dafür wieder zum Kanal hinunter, allerdings ist es mir in dieser „späten“ Rennphase nicht mehr gelungen so entspannt bergab zu laufen wie noch an der Schleuse am Anfang. Am Kanal fing es dann damit an, dass mich andere Läufer überholten und ich es nicht mehr schaffte dran zu bleiben. Ich merkte selbst, dass ich langsamer wurde, versuchte aber so gut es ging weiter konstant zu bleiben. Auf meiner Uhr hatte ich zu dieser Zeit noch ein Durchschnittstempo von 4:13min/km – Ziel waren 4:15. Ich entschloss mich dazu hier eine neue manuelle Runde zu starten um für mich besser kontrollieren zu können, dass der letzte Abschnitt vom Tempo her passt.
Gegen Ende der Strecke am Kanal habe ich dann die Gruppe um den Zugläufer hinter mir gehört. Es dauert nicht mehr lange und sie zogen ziemlich exakt bei KM18 an mir vorbei. Jetzt stand ich vor der Entscheidung: Dran bleiben oder abreißen lassen. Ich wollte schlussendlich nicht so weit gekommen sein nur um dann auf den letzten Kilometern das Rennen zu „versauen“, also entschied ich mich für dran bleiben. Dieses Teilstück ging bergauf und ich konnte mit der Gruppe mit halten, allerdings musste ich dann oben leicht abreißen lassen. Ich konnte das Tempo nur halbwegs mitgehen, der Abstand zur Gruppe wurde langsam aber stetig größer. Spätestens von hier an war es nur noch ein großer Kampf. Ich versuchte irgendwie mein Tempo beizubehalten, was mir mehr oder weniger gelang. An die Strecke, die ich ja am Hinweg schon gelaufen bin konnte ich mich zum Teil absolut nicht mehr erinnern und ich dachte schon es kommt noch eine extra Schleife oder so etwas, aber dem war nicht so. Kurz nach dem Ortseingang war das Ziel zu sehen und irgendwoher hatte ich sogar noch die Körner für einen Zielsprint! Der fiel mir wahrscheinlich etwas leichter, da die große Zieluhr eine Zeit zeigte, die so niedrig war, dass ich die 1:30 auf jeden Fall schaffen würde! Zu meinem Glück war der Zielzeitläufer für die 1:30:00 etwas zu schnell und nur 15 Sekunden vor mir im Ziel.

HiRoRun_Zieleinlauf

Meine Uhr zeigte schließlich eine sensationelle 1:29:36 – das Beweisvideo mit Bruttozeit gibt es hier!

HiRoRun_Uhr

Nach dem Rennen
…war ich erst mal absolut fertig. Habe ich beim Winterwaldlauf noch über die quasi nicht vorhandene Verpflegung geschimpft war hier richtig viel geboten: Obst, Kuchen, Alkoholfreie Biere, Wasser, Iso – alles da, in Mengen! Leider war ich nur so im Eimer, dass ich absolut nichts herunter gebracht habe. Am Anfang war ich nicht mal fähig Wasser & Iso zu finden, sodass ich mir ein alkoholfreies Weizen genommen hatte, von dem brachte ich aber nur die Hälfte runter. Nach einer kurzen Pause folgte noch der ein oder andere Iso-Becher und als ich mich aufrappelte humpelte ich (ja, es war, wie wenn man einen Schalter umlegt, ich konnte nach dem Rennen nicht mehr normal laufen) zu meiner Familie.
HiRoRun_Kids

Die haben mich schon im Ziel rum hängen sehen und wären zum Sani-Zelt wenn ich nicht gekommen wäre – ich sah wohl nicht mehr wirklich gut aus 🙂 Ich bin schnell aus den nassen Oberteilen raus und habe mich warm eingepackt. Mit den Kindern bin ich nochmal zum Obstbuffet und habe mir ein paar weitere Becher Iso besorgt. Dann brauchte ich echt erst mal eine Pause und bin auf eine Bank von der ich so schnell nicht mehr aufstehen wollte 😉

HiRoRun_Verpflegung

Irgendwann wurde mir dann aber der Trubel im Zielbereich zu viel und wir machten uns auf zum Auto – dummerweise habe ich keinen Kuchen mehr mit genommen, aber in dem Moment wollte ich einfach gar nichts, ich musste mir das Obst schon rein quälen. Im Auto stand dann eine Flasche Cola, die hat mich angezogen, „feste Nahrung“ hätte ich nicht hinunter bekommen.

Achja, bei diesem Rennen war mir – wie aus dem Bericht heraus gekommen sein dürfte – nur die Zielzeit wichtig. Zur Vollständigkeit allerdings noch das Offizielle Ergebnis:

01:29:35, Platz 71 Gesamt, Platz 66 Männlich, Platz 18 AK M30

Ansonsten bleibt mir noch zu sagen, dass das hier vielleicht der Lauf mit der besten Organisation war an dem ich bisher teilgenommen habe. Von der Startnummernausgabe bis zur Zielverpflegung hat alles wunderbar gepasst. Die Verpflegung an der Strecke war top (insgesamt glaube ich 8 Stationen mit tollen Helfern, die einem das Getränk nicht nur hin halten, sondern „in die Bewegung“ reichen), es waren viele viele (laute! :)) Zuschauer an der Strecke, die Stimmung rund um den Lauf war einfach super gut.

Datenanalyse
Sehr interessant finde ich gerade, dass sich meine geschilderten Eindrücke an den Daten fest machen lassen:

HiRoRun_RUNALYZE HiRo_HR_Pace

– Ab KM15 – also ab HR > 180 war der Punkt, an dem es auch gefühlt sehr schwer wurde.
– Andererseits war der Einbruch gefühlt deutlich heftiger als es die Zahlen vermuten lassen. Mir fehlt die Erfahrung, aber ein KM-Pace-Bereich von knapp 20 Sekunden (ohne den ausreißer KM2: 4:06 – 4:24) finde ich durchaus ok!
– Zielsprint war deutlich < 4:00! - Ich hätte nicht gedacht, dass ich so lange mit maxHR laufen kann (und auch noch darüber hinaus komme) - wie sehr sich Gefühl und Realität unterscheiden zeigen auch die Höhenmeter: Meine Uhr hat knapp 70 gemessen. Nur! Sonstiges / Notizen an mich
– trinken während des Laufs üben! – hat aber schon ganz gut geklappt
– Gels als Verpflegung nicht nur für nach den Lauf sondern während des Laufs mit nehmen – ebenfalls vorher üben!
– An der „Verkrampfung“ arbeiten und/oder Socken tauschen und Fußnägel schneiden. Am Abend nach dem Lauf sahen meine Zehen so aus:

Ja, ich will das Bild sehen!

Google sagt, das kommt wohl häufig vor und kann verschiedenste Gründe haben, für mich „passend“ sind die oben genannten..
– Am Tag nach dem Lauf zeigte die Wage 2,5kg an…ja, es war anstrengend 😉
– Zwei Tage später habe ich wohl den größten Muskelkater meines Lebens! ^^

UPDATE!!! – neue Bilder sind auf der Homepage vom HiRo-Run veröffentlicht worden. Ich nehme „meine“ mal unter der Rubrik „Suchspiel“ auf 🙂

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Update 2 – zwei weitere Bilder sind eingetroffen, die ich hier verlinken möchte:

Foto von lauftreff-ansbach-nord.de

Foto von lauftreff-ansbach-nord.de

6 thoughts on “HiRo-Run Hilpoltstein

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