Rothseelauf 2017

Hier bin ich also wieder. Am Rothsee. Hier war mein erster Wettkampf überhaupt, hier war mein erster Triathlon und mein erster Halbmarathon führte auch hier vorbei. Heimspiel sozusagen!
Anders als beim ersten mal stand ich diesmal aber alleine und über die kurze Distanz von 5,2km am Start (der Alex über die 10,4km) – Ein Hoch auf den Hobbylauf ist ja das Motto für 2017.
Was genauso war wie 2015 war das Wetter:


Bombastisch! Meine ungebrochene Schönwetterlaufserie hält also auch im dritten Jahr an 🙂
Das tolle am Rothseelauf ist, er ist extrem entspannt. Hingekommen sind wir um ca. 8:45 – die Parkplätze kosten nix um diese Jahreszeit und zum Hobbylauf sind auch noch genug frei – an der Startnummernausgabe war ich grob um 9. Keiner war angestanden – Perfekt! Also Nummer geschnappt, noch ein bisschen die Sonne genossen, das örtliche Toilettenhaus begutachtet und dann so langsm in Schale geworfen. Das WarmUp fiel bekannt spärlich aus (das sollte ich mir für nen 5er nochmal anders angewöhnen 🙂 ), ein paar Meter Gehen, die Zuschauer begutachten:


😀 … und dann ein paar Meter Laufen. Fertig. Ab zum Startbereich!

Ich hatte mir ja ein bisschen was überlegt vorher:
Ziel 1: Unter 20min bleiben. Bei 5,2km Streckenlänge ist das ungefähr im Bereich meiner PB (19:02 auf 5,0km beim Silvesterlauf 2015)
Ziel 2: Eine Platzierung weit vorne. Bei den Ergebnissen aus dem letzten Jahr wäre ich 5. geworden mit einer Zeit unter 20 Minuten! …gut, „Ziel“ ist hier das falsche Wort, da müssen ja noch ein paar andere mitspielen 🙂

*Peng* los geht’s!
…und wie. Ich startete in zweiter Reihe. Alle um mich herum sind los geschossen wie die Feuerwehr. Das „musste“ ich dann natürlich auch, siehe Ziel 2 😉 Ich habe relativ schnell gemerkt, dass das für die ganze Strecke keine gute Idee ist, also habe ich nicht auf Teufel komm raus den Anschluss zu halten versucht. Dennoch war mein erster Kilometer mit unter 3:30 Minuten viel, Entschuldigung, VIEL zu schnell! Ich habe die Jungs (ca 10?) da vorne laufen lassen und hatte ab dem ersten Kilometer eigentlich ein ziemlich einsames Rennen. Ich habe mich dann in einem „okayen“ Tempo eingependelt (alles ohne wirklich auf die Uhr zu blicken, nur bei den Kilometerschildern habe ich mal einen Blick auf die Durchgangszeit geworfen) – das war dann im Nachhinein bei ca. 3:55, einmal bei 3:47. Letzteres durchgängig wäre so meine Erwartung/Hoffnung gewesen, ich denke, ich bin wie geschrieben den ersten einfach zu schnell angegangen. Im Nachhinein war das 3:55er Tempo aber genau richtig. Beim Zettel von km 4 war ich gefühlt komplett zerstört. Ich hatte nicht erwartet, dass ich konstante Zeiten gelaufen bin, sondern dachte ich wäre immer langsamer geworden. Den letzten Rest hat mir ein 3-Schritte-„Anstieg“ zwischen kleinem un großen Rothsee bei km 4,6 gegeben. Entsprechend musste ich noch einen Läufer vorbei ziehen lassen. Egal. Kämpfen, gleich ist da das Ziel! Am Schild von km 5 habe ich nochmal einen Blick auf die Uhr geworfen. 18:irgendwas. 18! ACHTZEHN! BÄÄÄM, die inoffizielle PB habe ich damit erreicht, die Sub20 sollten auch „locker“ drin sein. Anscheinend hat mir das nochmal Flügel verliehen, denn der Abschnitt von km5 bis ins Ziel hat eine Pace von 3:35 auf der Uhr. Gesamtzeit (selbst gemessen) liegt bei 19:51,2. 


Wer will kann sich alle Details hier genauer ansehen!
Eine Kleinigkeit ist mir noch aufgefallen: Ich konnte meine HR nicht komplett ausreizen, obwohl ich gefühlt völlig kaputt war. (Maximal hatte ich mehrmals in Wettkämpfen bei 191, heute 185) Woran das lag ist mir nicht ganz klar. Entweder war ich kräftemäßig durch den ersten Kilometer platt (da ist die HR logischerweise nicht so weit oben) und ich konnte die Pumpe am Ende nicht mehr ausreizen, oder ich war etwas angeschlagen, wovon ich vorher aber nichts gemerkt habe. Wenn jemand Ideen haben sollte – gerne her damit 🙂

Trotz nicht voll ausgereizter HR lag ich erstmal wie ein Maikäfer in der Wiese neben dem Ziel. Platt bis auf’s letzte, aber extrem zufrieden. Ziel 1 bravourös gemeistert, Ziel 2 lag ja nicht in meiner Hand also: pffffffft! 😀 Nach einer kurzen Pause ging es erst zum Verpflegungsstand: Iso, Tee, Äpfel und Bananen tanken, dann in trockene Klamotten und nochmal zur Verpflegungsstelle – die Kids durften auch zuschlagen 😉

Wir sind noch eine Weile am Spielplatz geblieben. Eine Stunde nach Start des 5,2km Laufs sollte um 10:30 dann der Hauptlauf über 10,4 (also 2 Runden um den See) beginnen und was sich dann abspielte war das eigentliche Highlight des Tages. Die Zuschauer standen bereits da, die Läufer des Hauptlaufs zum Großteil auch schon im Start/Zielbereich, als der „Streckensprecher“ (der das Publikum übrigens ziemlich gut unterhalten hat!) sagte, sie warten noch auf die letzte Läuferin des 5,2km Laufs und der Start des Hauptlaufs verzögert sich eben noch kurz. Er fände es cool, wenn alle etwas Platz machen würden, dass sie durch kommt, dauert noch ein paar Minuten, und sie anfeuern wenn sie kommt. So sah es dann da aus:

Darum ist Laufen ein genialer Sport. Jeder ist Gewinner und wird von den anderen respektiert. Es gibt immer jemanden der schneller ist als man selber – selbst wenn man Weltrekordhalter über Distanz X ist, rennt einem jemand über Distanz Y davon – aber wenn man Läuft hat man schon gewonnen. Gegen sich, gegen jeden der auf der Couch hockt, gegen die Strecke. Völlig egal!

Wir sind dann noch geblieben und haben den Start des Hauptlaufs verfolgt, auf dem Weg zum Auto haben kurz vor dem Parkplatz noch allen bis zum Alex applaudiert 🙂

Offiziell ist es dann Platz 12 geworden in 19:50. Schnellster „Senior“, Altersklasse damit gewonnen und schnellste Frau. Perfekt 🙂

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