Rückblick: Rothsee Triathlon 2015

Update: Schau mal einer an. Ich hatte ja doch damals schon einen Bericht geschrieben! Bloggen in Perfektion…! 😀

Wir haben Ende Juni 2017, ich bin aufgeregt wie lange nicht mehr vor einem Wettkampf, denn es geht wieder an den Rothsee. Triathlon. Diesmal Sprintdistanz (750m Schwimmen, 19,5km Rad fahren und 5km Laufen). Damals: Olympische Distanz (1500m Schwimmen, 42km Radfahren, 10km Laufen). Zwangsläufig denke ich gerade oft an den Triathlon damals zurück. Leider bloggte ich da noch nichts zu den Wettkämpfen, doch es bietet sich gerade an das für diesen speziellen Wettbewerb nachzuholen. Zeitmaschine an!

Die Zeit davor.

Ich kann mich nicht mehr erinnern wann die Idee entstand mich anzumelden. Ich hatte Ende 2014 mit dem Laufen angefangen und im März 2015 meinen ersten Wettbewerb überhaupt hinter mich gebracht (10km beim Rothseelauf). Ich glaube irgendwann um den Rothseelauf stand der Entschluss gleich ein richtig dickes Ding anzugehen – entgegen aller Empfehlungen die man so hört. Langsam steigern, ihr kennt das! Dazu kommt: Ich bildete mir zwar ein Schwimmen zu können, mit Technik hat das aber bis heute ehrlicherweise noch nichts am Hut (auch wenn ich aktuell ein paar Fortschritte durch einen Kraulkurs erziele), sodass nach ein paar Ausflügen mit dem Versuch mir selbst das Kraulen bezubringen relativ schnell feststand: Das Ziel auf den 1500m wird sein nicht abzusaufen (da war ich mir sicher, dass es klappt 😉 ), möglichst kräfteschonend und vielleicht nicht als allerletzter auf das Rad zu kommen.

A propos Rad. Einerseits ist es ja so, dass ich außer „ankommen“ keine wirkliche sportliche Ambition hatte. Das Ziel war so schon enorm. Andererseits ist mein Trekkingrad (ich besitze kein Rennrad oder ähnliches) jetzt vom Verhältnis Kraftaufwand – Geschwindigkeit eher nicht optimal… Wohl dem der einen Kumpel hat, der früher (Semi-)Professionell Rad fuhr und heute einen Rad– und Triathlonladen in Nürnberg leitet. Heraus kam dieses Schmuckstück, dass ich mir für den Triathlon ausleihen und ein paar Wochen vorher einfahren durfte. Der Unterschied ist wie Tag und Nacht zu allem worauf ich bisher gesessen hatte:

 

Ein Traum!

Ansonsten kannte ich mich ja mittlerweile halbwegs mit dem Laufen aus. Was sollte also schiefgehen? 🙂

Der Tag davor.

Ich hatte mich dazu entschlossen am Samstag schon zum Rothsee zu fahren um meine Startunterlagen abzuholen, am Abend zu Hause alles vorzubereiten und Sonntag dann mein CheckIn usw zu erledigen. Den Samstag nutzte ich außerdem um auch mal im See zu schwimmen und zu sehen wie es da so ist (hatte ich vorher noch nie gemacht…). Es war: anders. Schwierig zu beschreiben, aber Schwimmen (nicht „planschen“ oder so) im offenen Gewässer ist ein deutlich anders als im Schwimmbad. Mit Strömung im Fluss/Meer stelle ich mir nochmal deutlich anders vor. Jedenfalls war es gut, dass ich das vor dem Wettbewerb mal gemacht hatte! Danach ging es also zum Gelände und das hat mich erstmal erschlagen. Ich kannte ja bisher nur so Mini-Laufveranstaltungen. Wechselzone hier, Messe da, Wechselzelt, Zeitabnahmezelt, Zielbogen, Bogen Ausfahrt Rad, Bogen Einfahrt Rad. … ich wusste zumindest schon mal, dass ich mir die Wege noch etwas einprägen sollte 🙂 Da Christoph natürlich mit einem Stand dort war habe ich mal vorbei geschaut, dann meine Sachen geholt und wir sind wieder nach Hause. Rechtzeitig bevor es von oben runter geschüttet hat. Ich brachte meine Nummern an den verschiedensten Dingen an (Rad, Helm, Startnummernband, Wechselbeutel), packte fertig und lernte noch etwas den Lageplan 🙂

#Raceday

Durch die vorgegebenen CheckIn Zeiten muss man für so einen Triathlon ziemlich zeitig anreisen. Ich traf mich mit Chris (ebenfalls Christoph, ein anderer, durch den ich irgendwie überhaupt erst auf die Idee gekommen bin) und Sebi, die schon seit Jahren zusammen teilnehmen und wir machten uns auf. Für Christoph hatte ich noch eine nochmals deutlich krassere Rennmaschine dabei die er an seinem Stand ausstellen wollte, sodass meine transportierte Ausrüstung wahrscheinlich teurer war als das Auto in dem ich saß. Schon abgefahren wenn man sich das mal überlegt! Wieder zurück am Auto habe ich meine Sachen ausgepackt und bin damit Richtung Wechselzone, das Rad abliefern. dann Schock beim Helm-Check: So geht’s hier nicht weiter! Bitte was?! … irgendwas war an den „Schnüren“ zum Verschluss falsch eingestellt, die gingen an einer Seite über das Ohr und nicht dahinter. Zum Glück konnte man das aber noch einstellen. Also rein in die Wechselzone – Platz suchen. Und bei über 1000 Startern ist „suchen“ beim ersten mal wörtlich zu verstehen 🙂 Es ist zwar alles ausgeschildert, aber dennoch riesig. Da ich aufgrund meiner gemeldeten geplanten Schwimmzeit in der letzten Startgruppe war ging es für mich relativ nahe an den Bereich zum Radstart. Im Endeffekt ist der Platz aber relativ egal, da man eh wieder dort parkt und somit jeder gleich weit läuft/schiebt. einzig je näher man am Wasser platziert ist, umso länger ist die Strecke mit dem Rad an der Hand – das sollte aber nicht groß stören. Nun gut, Rad, Helm Brille, Startnummer, Radschuhe und Socken platziert, dazu die Laufschuhe für den zweiten Wechsel. Fertig! Den Wechselbeutel Schwimmen/Rad muss man in einen speziellen Bereich nach Nummern sortiert legen. Dort kommt nach dem Schwimmen alles rein, was man nicht mehr braucht (Badekappe, Schwimmbrille, Neo). Das sah erst chaotisch aus, war dann aber alles ok. Tip am Rande: Einmal die Strecke vom Schwimmausstieg über Wechselbeutelaufnahem, Wechselzelt zum Rad und dann zum Ausgang abgehen hilft ungemein! Genauso vom Radstreckenende zum Stellplatz und Beginn der Laufstrecke. Und am besten markante Punkte merken!

Somit war erstmal alles erledigt und es hieß warten und Zeit totschlagen. Also nochmal auf meinen Lieblingsmessestand, umgezogen habe ich mich auch zwischendurch und dann konnte ich auch langsam schon den ersten Wellen beim Start zusehen. Achja und letzte Entscheidungen habe ich auch getroffen. Vielleicht sogar etwas kuriose. Ich entschied mich gegen einen Neoprenanzug (das schon vorher), aber auch gegen eine Schwimmbrille! Das sorgte für etwas Erstaunen bei den Mitstartern in meiner Gruppe (ohne Neo habe ich noch einen bewusst gesehen,  ohne Brille niemanden), der Vorteil den ich mir dadurch versprach war aber, dass ich keine Zeit beim Wechsel verliere und beim Schwimmen „perfekte“ Sicht habe (ich hatte nicht vor den Kopf unter Wasser zu stecken für ein paar Sekündchen bessere Schwimmzeit.

Das Rennen

Schwimmen: Wir standen also am Ufer und harrten der Dinge. Am Rothsee wird von Land gestartet – man läuft auf ein Signal ins Wasser, schwimmt raus zu einer Boje, dann 90 Grad nach links zur nächsten und wieder 90 grad zurück Richtung Ausstieg. mein Start war… gemütlich 🙂 Wie geschrieben: Schwimmen wollte ich halt hinter mich bringen und niemandem im Weg sein, also ging ich hinten ins Wasser. Bei rund 200 Startern pro Startgruppe ist klar, dass die Leistungsdichte trotz angegebener Zielzeit doch eher uneinheitlich ist, sodass einige deutlich vorneweg schwammen. Andererseits waren das sehr viel weniger als ich dachte und ich konnte mit vielen mithalten, die kraulten. Gut, es waren die, die eine langsame Schwimmzeit angegeben hatten, andererseits sind die auch mehr zick-zack als gerade geschwommen. Mein Plan mit der Sicht ging also auf! Spektakulär ist so ein Schwimmen in meiner Variante aber nicht. Zug um Zug ging’s voran. Nach Boje 2 kamen dann die ersten Staffelschwimmer und zogen an uns vorbei. So geht das also „richtig“ 🙂 Der Ausstieg kam langsam aber sicher näher. Mein Plan war: raus hüpfen, Wechselbeutel schnappen, durch das Zelt huschen und ab auf’s Rad. Klappte so semi. Nach knapp 35 Minuten hüpfte nix aus dem Wasser, ich wurde eher von den Helfern raus gewuchtet. Danke! :). Durch das Zelt gehuscht bin ich auch eher nicht, aber es ging ganz gut. Viele hatten echt zu tun mit ihrem Neo, sodass auch Teil 2 meiner Idee aufging und ich ein paar Leute einsammeln konnte. Am Rad lief alles ganz gut. Socken und Schuhe an, schnell schon nen Schluck trinken, Helm und Brille auf uuund los!

Radfahren: Auch hier erstmal unbekanntes Land. Ich kannte weder die Strecke (unter dem Höhenprofil konnte ich mir noch nicht wirklich vorstellen, was auf mich zukommt) noch bin ich allzu oft die komplette Distanz geradelt. Ich ging es also eher vorsichtig an. Interessanterweise war gleich nach dem Start die Strecke nur Teilgesperrt, sodass ich in einer Autokolonne hing und einen Traktor überholen musste. Als es dann weg ging und die fahrt frei war lies ich rollen und sammelte gefühlt ständig andere Radfahrer ein. Absolut geil für das Gefühl. Das Wetter war bombig, der Fahrwind blies um die Nase und man fliegt gefühlt durch das Feld. Was will man mehr?! Die Anstiege die kamen hatten es in sich, aber auch hier konnte ich weiter Plätze gut machen. Die Fahrt genießen und Spaß haben. genau deswegen macht man das doch! Die 42km vergingen dann gefühlt schneller als die 35min Schwimmen (in rund 1:21h offiziell, allerdings sind da beide Wechsel mit drin – faktisch also nicht sooo schnell aber echt gut für mich!) und es ging mit dem Lauf weiter.

Lauf: Letzter Teil: 10km! Kann ich! dachte ich. Ich hatte im Training vorher eine Koppeleinheit über 40 Rad, kurze Pause und dann 10 zu Fuß, die mich fertig gemacht hat. Ankommen war also das Ziel. Die Sonne knallte von oben (das tat sie vorher auch, auf dem Rad merkt man das aber nicht so) und die Strecke war zu 90% in der Sonne. dazu noch 2mal bergab/-auf, jeweils kurz und Steil, Schwimmen und Rad in den Beinen -> ich hatte definitiv Respekt davor! Auf der ersten Runde lief mir dann direkt Christoph entgegen, der selbst schon auf seiner zweiten war. Ich hatte nicht erwartet ihn auf der Strecke zu sehen, da er ja einige Gruppen vor mir startete und insgesamt schneller unterwegs war. Sehr cool dachte ich mir :). Den Lauf lief ich so gut es geht durch und konnte auch in einer damals für mich absolut okayen Zeit ins Ziel. Ich hatte ihn also hinter mich gebracht meinen ersten Triathlon! Olympischen Triathlon!!

Am Ende stand dann dieses Ergebnis:

Offizielle Zeiten: 00:35:03 – 01:20:57 – 00:45:22 -> Gesamt: 02:41:22

Selbst gemessene Zeiten: 00:35:01 – 00:02:41 – 01:16:50 – 00:01:23 – 00:45:22
Platzierung: Gesamt 428 von 880, AK 74 von 102, Startgruppe: 11 / 115
Schwimmen: ca. Platz 700; Startgruppe: 67/115
Rad: ca. Platz 360; Startgruppe: 5 (!!) / 115
Lauf: ca. Platz 310; Startgruppe: 11 (!) / 115

…und der Tag ging mit einem Grillabend erschöpft und hochzufrieden mit meiner Family, Chris und Sebi zu Ende.

Da wir damals so eine Art Trainingstagebuch führten kopiere ich von dort meine damaligen Notizen einfach hier mit rein (ich habe sie beim Schreiben oben nicht gelesen):

Schwimmen: Ich habe mich erst mal relativ hinten eingeordnet, da ich ja wusste, dass ich nicht soooo schnell sein werde. Beim Einstieg ins Wasser bin ich dann erst mal halb ausgerutsch – yeah! Im Wasser war ich dann erstaunt, dass ich mit den anderen eigentlich doch relativ gut mithalten konnte. Das lag wie gesagt wohl daran, dass die prinzipiell zwar schneller schwimmen, allerdings ohne Orientierung unterwegs waren und dadurch einiges mehr zurücklegen mussten. So habe ich mich gefühlt am Ende des mittleren Gruppendrittels eingereiht und versucht den anderen auszuweichen, wenn die es schon nicht machen (einer hat sich im Wasser dafür entschuldigt, dass er mir aufs Bein gehauen hat, nen Arm gab’s auf den Kopf, mehrmals wurde ich geschnitten … was solls 🙂 ). Kurz vor dem Ende trieb ein Schwimmer der vorherigen Startgruppe im Wasser (nein, also schwamm schon noch, mehr oder weniger 🙂 ) – bevor ich den allerdings überholen konnte kam von hinten schon der erste Staffelschwimmer vorbei geschossen. Abgefahren! … Beim Ausstieg aus dem Wasser bin ich auch nochmal weg gerutscht, da ich dachte ich brauch die Hand der Helfer nicht. Tja, Fehleinschätzung 😀
Wechsel 1: das geile, wenn man nix außer der Badekappe an hat: Der Wechsel ist prinzipiell in einer sensationellen Zeit möglich. Meine Beine waren zwar noch Gummi, aber ich bin doch relativ gut raus gekommen. Den Beutel habe ich gleich gefunden, Badekappe schon unten gehabt, rein damit und durchs Zelt gehuscht, wo gefühlt alle aus meiner Startgruppe noch in ihrem Neo hingen und sich raus gequält haben. Auf dem Weg zum Rad wäre ich fast in die Falsche Gangseite eingebogen :), habe die Kurve aber nochmal gekriegt. Das Anziehen der Socken und Schuhe hat gefühlt ewig gedauert, war aber ok. Mit dem Startnummernband hatte ich auch kurz Probleme (da ich zwei Gels im Band hatte hat sich das immer verdreht…). Eines der beiden Gels habe ich gleich vor dem Radstart verdrückt – war wohl auch eine gute Idee, das nicht während der Fahrt zu machen 🙂
Radfahren: Gefühlt der beste Wettkampfteil. Musste mich kurz eingewöhnen und orientieren wie das alles so abläuft, habe dann aber relativ schnell meinen Rhytmus gefunden und alles überholt, was so in die Quere kam – von hinten kamen nur die Staffelfahrer an. War schon geil 😀 beim ersten „Anstieg“ kurz nach dem Start hatte ich kurzzeitig einen Kleintransporter zum Windschattenfahren, ansonsten habe ich versucht den vorgegebenen Abstand zu den anderen Radlern auch einzuhalten. Die Anstiege waren ziemlich giftig, gingen aber dann doch erstaunlich gut verglichen mit den anderen, die zeitgleich mit mir da am Berg waren. Während der Fahrt ist mir aufgefallen, dass ich hauptsächlich auf dem Großen Blatt unterwegs war. Im Training habe ich immer das kleine bevorzugt. Schiebe ich mal auf den Wettkampfmodus 🙂 Sonstige Besonderheiten: 1 Mountainbike überholt, von 1 Staffel auf einem Tandem(!) überholt worden.
Wechsel 2: Der Wechsel war super. Bin rein gekommen in die Wechselzone und habe mich erstmal gefreut wie ein Schnitzel, dass das Rohr meiner Startgruppe ziemlich komplett leer war. Also Rad rein, Schuhe und Helm aus, Laufschuhe an, (Sonnenbrille wollte ich auch ablegen, habe ich aber vergessen ^^), schnell noch einen Schluck aus der Flasche trinken und los! Auf dem Weg raus die Nummer nach vorne gedreht – hier wollte ich eigentlich mein zweites Gel schlürfen – nix war’s! Irgendwo unterwegs verloren :/
Laufen: Das Laufen ging ziemlich gut los, musste allerdings um die anderen auf der Strecke Slalom laufen 😉 Ab KM 2 bin ich etwas langsamer geworden, das relativ hohe Tempo wäre auf Dauer nicht gut gegangen. Zum Glück habe ich beim FunRun das Trinken während dem Wettkampf geprobt (dort hatte ich Anfangs echt Probleme, die haben aber die Becher auch viel zu voll gemacht), sodass es hier alles gut ging. Nach dem Anstieg am Ende der ersten Runde haben sich meine Oberschenkel gemeldet mit den Worten „Wennst des nochmal machst krampfen wir zurück!“ 😀 … aber wer hört da schon drauf. Das Tempo habe ich trotzdem nicht mehr erhöht, wollte schließlich nicht am letzten Anstieg kaputt gehen. Unterm Strich ist die Laufzeit voll ok, man muss ja niemandem sagen, dass es nur 9,5km waren 😀

 

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