1. Indoor Stadtmeisterschaft Nürnberg Laser-Run

Die ersten beiden Monate 2020 sind vorüber und es ist noch kein Wettkampfbericht im Blog. Das liegt natürlich daran, dass es noch keinen Wettkampf gab 😉 Seit Ende letztem Jahr mache ich wie schon der Öfteren erwähnt meinen Trainerschein, dazu kommen die Trainings- und Hallenturniertermin, die sich alle mit den wenigen verfügbaren Wettkämpfen überschnitten haben. Ich war zwar beim Spendenlauf Zirndorf gemeldet, da konnte ich aber beispielsweise aufgrund des Trainerscheins nicht. Allerdings war das auch wieder nicht schlimm, da ich mich relativ pünktlich zum Beginn des Trainingsplans für den Halbmarathon mit Knieproblemen herum plage, die ein regelmäßig Schnelles Laufen zur Zeit eh nicht möglich machen. D.h. ich sammele gerade eigentlich fast ausschließlich Grundlagenkilometer (Im Schnitt sind es trotzdem immerhin die angestrebten rund 50 pro Woche), aber eigentlich sollte schon einiges an intensiver Arbeit für den geplanten HiRo-Run Anfang April in den Beinen sein. Von meinem ursprünglichen Ziel eine Pace unter 4:00 über den HM zu laufen werde ich wohl abrücken müssen, auch wenn es mittlerweile langsam wieder besser wird.

Aber darum soll es jetzt überhaupt nicht gehen. Die Katzwanger Fünfkampfabteilung hat sich nämlich etwas besonderes ausgedacht. Auf der Freizeitmesse Nürnberg wurde eine Vereins-/Sporthalle ins Leben gerufen und von vielen (mehr oder weniger bekannten) regionalen Vereinen bespielt. Die großen Fußballvereine waren eh auf der Messe, aber den kleineren lokalen Vereinen wurde eine Fläche gratis(?) zur Verfügung gestellt um sich zu präsentieren. Neben den “großen” Ice Tigers, HC Erlangen, Falcons Nürnberg, dem Bayrischen Fußballverband, usw. hatten so auch kleinere Vereine die Chance sich den BesucherInnen zu zeigen was sie so anbieten. Handball, Football, Faustball, Hockey, Rugby und eben auch der TSV Katzwang mit einer Laser-Run Anlage boten großen und kleinen Gästen die Möglichkeit “ihre” Sportart auszuprobieren. Von Mittwoch bis Sonntag war einiges los in den Messehallen. Am Mittwoch war Chrissy schon am Stand und hat geholfen und auch der Rest von uns machte sich auf um die Location schon mal zu besichtigen. Die Messe im Ganzen machte von Anfang an einen super Eindruck (also der Sportteil, den Rest habe ich mir geschenkt ;)), die Bedingungen für den Laser-Run Wettkampf bei näherer Betrachtung der Gesamtsituation vielleicht nicht “super”, sondern eher “anspruchsvoll” … um es wohlwollend zu formulieren 😉 Die Strecke in der Messehalle war eine 133m Runde. Die Runde hatte dabei vom Schießstand weg eine 90 Grad Kurve, eine kurze Gerade, eine fast 180 Grad Kurve, wieder eine kurze Gerade, nochmal knapp 180 Grad und den ersten Teil exakt so nochmal. Wenn man sich ein V in einem U vorstellt hat man eine ganz gute Skizze der Strecke. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen war der Messeboden arschglatt. Man kann es nicht anders sagen, denn man konnte problemlos Schwung holen und mit den Schuhen über den Boden schlittern. Wie gesagt: anspruchsvoll ist freundlich formuliert und ich machte mir im Vorfeld auch aufgrund der Kniebeschwerden schon die ein oder anderen Gedanken.

12 Schießstände, 5 Biertische, 1 Halle – passt!
Laufstrecke

Nach der Schießstand- und Streckenbesichtigung testeten wir die anderen Stände natürlich auch aus. Beim HC Erlangen haben wir gleich mal 4 Freikarten für den nächsten Abend abgeräumt, die Kinder hatten wahnsinnigen Spaß beim Kindersprint, die Mädels beim Schminken und Drehrad und Oli sowieso bei allem was man so machen konnte. Wir blieben bis zum Schluss und gingen durch den Hinterausgang raus. Auf dem Weg dorthin waren noch Aufbauarbeiten im Gange, da ab Freitag auch die “Motrivation Days” in dem Rest der Halle starten sollten. Ich hatte schon kurz überlegt den herumstehenden Wahoo Trainer einzusacken da rief Christoph aus dem Hintergrund ein “Hallo!” rüber, der gerade am Aufbau seines Stands war. So klein ist die Welt! Wir haben noch kurz gequatscht und uns dann vom Acker gemacht.

Über den Ausflug am Folgetag zum Handball verliere ich mal nicht so viele Worte. Das Spiel lief leider enttäuschend, der Schnee”sturm” danach war aber so krass, dass es mir gleich den Scheibenwischer vom Auto gerissen hat! Das war dann eine lustige Heimfahrt mit Blick durch die Beifahrerseite auf schneebedeckter Straße. Da aber alle mit 30 durch die Gegend schleichen mussten war das auch kein großes Problem 🙂

Den Härtetest am Freitag überstand das Knie recht gut, sodass wir alle zusammen frohen Mutes am Sonntag zur Messe aufbrachen. Erwähnte ich schon, dass Chrissy freiwillig(!) ihren Geburtstag in einer Messehalle bei einer Sportveranstaltung verbringt?! Krass gut oder? 🙂

Insgesamt waren wir zu drei Wettbewerben gemeldet: Oli in der U11, ich bei den Senioren und mit Chrissy zusammen in der Staffel. In jeder der Altersklassen ging es für die StarterInnen aus Nürnberg um den Titel der “Indoor-Stadtmeisterschaft”, sowie zusätzlich um ein Preisgeld für den/die Laufschnellste(n) in den Einzelkategorien. Wichtig hierbei: Es wurden alle Altersklassen des Laufs zusammen gewertet! Bei Oli neben der U11 auch die 50+ und 60+, bei mir neben den Senioren auch die U19 (Junioren waren nicht am Start).

Eine Besonderheit war noch, dass alle Läufe in der “offenen Kategorie” stattfanden. Das bedeutet: Die Laufrunde(n) sind bei allen 400m lang und das Schießen erfolgt aus 5m (nur die U11 durfte aus 3m ran). Für den ersten Lauf waren zwei Schieß- und Laufrunden (je drei mal die 133m Runde) zu absolvieren, bei mir dann vier mal das Programm. Die kurze Distanz hatte ich für mich eher als Nachteil verbucht, beim Schießen war ich mir nicht ganz so sicher, das kommt drauf an wie ich mich selber in den Griff bekomme – auch aus 5m schaffe ich es zu überdrehen und wild drauf los zu ballern ohne zu treffen 😉

 

Oli war aber als erstes dran. Er war die Woche über angeschlagen (klar, Ferien) und entsprechend hatte er nicht den besten Tag. Am Ende kam er in der Gruppe ins Ziel und wurde 3. Stadtmeister, hatte aber keine Kraft im Zielsprint noch auf den zweiten Platz vor zu rennen. Er pumpte am Ende auch gewaltig – mehr war an dem Tag einfach nicht drin, aber gerade für die Umstände war es eine tolle Leistung!

Nach zwei weiteren Läufen war dann auch schon ich an der Reihe. Kurzes Einschießen, ein paar mal die Strecke ablaufen und schon ging es eigentlich ziemlich entspannt in die Startaufstellung. Ziel war ehrlicherweise der Sieg im Lauf, auch wenn ich beim Einlaufen gesehen habe, dass Jonas Buhl in der U19 flott unterwegs ist und als erfahrener Fünfkämpfer beim Schießen keine Probleme haben dürfte. Auf los ging’s los! Das erste Schießen lief überragend – nach 8,6 Sekunden war ich fertig! Trotzdem ging ich als zweiter auf die Strecke – Jonas brauchte sogar nur 6,5 Sekunden! Wie erwartet legte er auch beim Laufen ein mächtiges Tempo vor. Ich hatte nur den Plan nicht groß abreißen zu lassen und zu schauen was passiert. Das gelang mir halbwegs gut. Im Laufe der zweiten und vor allem dritten Runde konnte er das Tempo nicht mehr ganz so hoch halten und ich kam bis zum zweiten Schießen an ihn heran. Das lief bei mir nicht mehr ganz so reibungslos, aber auch die 15,6 Sekunden waren noch ok. Ich ging als Führender raus – Jonas hatte auch ein paar Probleme (20,x Sekunden) – und zog so gut es ging an. Ich hatte ungefähr eine kleine Gerade Vorsprung wie ich erfreut feststellte und wollte weiter das Tempo hoch halten so gut es ging. Ich weiß nicht ob es schon in einer der ersten Runden war, aber spätestens hier merkte ich, dass ich nach der letzte Spitzkurve, wenn ich mich weit hinaustragen lasse auf dem roten Klebstreifen am Boden (Abgrenzung der Frisbeeflächen nebenan) richtig gut Grip unter den Füßen hatte und es fühlte sich immer wie ein kleiner Turbo-Boost bei Mario Kart an, wenn ich darauf laufen konnte 🙂 Ich konnte während der Runden das Tempo gut halten und meinen Vorsprung leicht vergrößern. Das dritte Schießen lief dann wieder nicht optimal. Ich wurde zwischendurch sehr hektisch weil ich am liebsten schon wieder los wollte, bevor Jonas überhaupt anfing um das Rennen schon vorzuentscheiden. Allerdings wurde ich zu hektisch und haute einige Fehler rein. Zum Glück klappte dann aber das Fokussieren wieder und nach 17,7 Sekunden war ich wieder auf der Strecke. Jonas brauchte nur 10 und konnte den Vorsprung verkleinern, aber ich hatte mir schon ein gutes Polster herausgearbeitet – der Vorsprung war größer als nach dem zweiten Schießen. Das gab mir ein gutes Gefühl. Ich hielt das Tempo konstant hoch, hatte auf dem Turboklebeband meinen Spaß und sah wie mein Vorsprung immer weiter anwuchs. Auf zum letzten Schießen und hier klappte alles. Ich nahm mir bewusst Zeit den ersten Schuss zu setzen, aber dann lief alles fast von alleine: 5 Schuss, 5 Treffer, 7,9 Sekunden. Das Ding war eingetütet! Trotzdem nochmal Vollgas raus aus dem Schießstand, die ersten beiden Runden lief ich ohne nachzulassen, die letzte dann in den Kurven, als ich mir absolut sicher war es passiert nichts mehr, etwas vorsichtiger. Nach 7:40,20 war ich im Ziel, am Ende mit knapp 25 Sekunden Vorsprung. Geil! So kann ein Wettkampfjahr starten!

 

Danach ging es mir aber erstmal gar nicht so gut. Ich hustete wie … ja wie was? Keine Ahnung, jedenfalls ohne Unterbrechung. Die Luft in der Messehalle und die Vollbelastung haben sich nicht gut vertragen. Ich versuchte so gut es ging mit Wasser dagegen zu arbeiten – es stand ja gleich noch die Staffel an! Um auch hier das Optimum bringen zu können ging ich noch kurz zu den Triathleten – beim Besuch bei Christoph am Morgen habe ich den Sponser stand neben ihm gesehen. Dort habe ich mir einen Energy Drink geschnorrt und (wahrscheinlich aufgrund des Placebos) hat er echt gut gewirkt ;)) Zum Start war ich wiederhergestellt und guter Dinge. Aus den ursprünglich zwei gemeldeten Staffeln wurden durch eine kurzentschlossene Partnerbörse noch 7(!) in 6 verschiedenen Altersklassen – nur die U13 war doppelt besetzt. Der Wettkampf war klasse – Chrissy kam nach dem ersten Schießen trotz Leihpistole vorne mit raus, wurde beim zweiten dann trotz auch hier ordentlicher Schusszeit etwas durchgereicht. Ich habe danach das erste Schießen wieder mit 5/5 beendet um beim Laufen nochmal ganz gut liefern können. Auf der Laufrunde habe ich aber meine Augenklappe verloren.. das störte beim zweiten Schießen allerdings erstmal nicht weiter, erst beim 5. Treffer brauchte ich vier Versuche. Nach dem Ersten wollte ich schon los, da ich ihn drin gesehen hatte, entsprechend hudelte ich dann bei den nächsten Versuchen. Am Ende konnte ich nur den “undankbaren” 4. Platz nach Hause bringen – hätte, hätte, Fahrradkette – ohne die vielen Fehler wäre der 3. eventuell möglich gewesen. Egal, wir hatten alle Spaß, den Stadtmeistertitel dann auch hier eingesackt und somit eigentlich alles abgeräumt was abzuräumen war 😉

Jetzt hatten wir noch einige Zeit bis die Siegerehrung stattfinden konnte – wir mussten auf Sportbürgermeister Gsell warten – die wir auf der Messe verbrauchten. Chrissy packte erstmal die Geburtstagsmuffins- und Nussecke aus 🙂 Die großen Kids testeten den Radparcours (Oli ausgiebigst!), ich testete bei Christoph mal dieses ominöse Zwift (hajo, es macht schon Spaß, verflucht ;)) und ne Trailcap vom Radtrailparcours habe ich mir auch noch geholt. Die Siegerehrung war dann auch noch entspannt. Zum ersten mal (nach dem Essensgutschein in Baiersdorf) habe ich ordentlich abgeräumt! Für den Laufsieg gab es 100€ Preisgeld! 🙂

 

Die Siegerehrung auf dem improvisierten “Treppchen” war dann genauso spaßig wie der Rest des Tages 🙂

Es war eine coole Veranstaltung. Ich hoffe die Messe ermöglicht den Vereinen auch in den nächsten Jahren die Halle zu füllen. Der Besucheransturm schreit eigentlich danach, aber bezahlen könnte das wahrscheinlich keiner der kleinen Vereine. Mal schauen, ob sich die eingesetzte Zeit gelohnt hat und neue Menschen in den Verein kommen – wir hatten jedenfalls unseren Spaß und würden uns über eine Neuauflage 2021 freuen!

 

Und wie geht’s jetzt weiter? Erstmal muss natürlich das Knie halten 🙂

Ende des Monats steht dann die Bayrische Meisterschaft in Wangen an, gefolgt vom HiRo Run die Woche drauf. Im Urlaub (Langeoog und Fehmarn – Distanzen noch offen) wird, genauso wie in Baiersdorf (5km) und beim Tiergartenlauf (6,6km) wieder “normal” gelaufen, aber dann wird es spannend. Anfang Juli ist die Laser-Run DM wieder in Nürnberg. Außerdem bin ich beim Rothsee Triathlon für die Olympische Distanz gemeldet. Dazu habe ich richtig Ehrgeiz das Schwimmen endlich auf die Kette zu bekommen um beim Triathle zu starten. Triathle? Ja, Triathle. Das ist einfach gesagt Laser-Run + Schwimmen. Laser-Swim-Run um in der Reihenfolge zu bleiben. Da findet in Weiden dieses Jahr die Bayerische, Deutsche UND die Weltmeisterschaft statt und ich hätte schon enorm Lust an beidem teilzunehmen. Die DM ist etwas “ungünstig” eine Woche nach dem Rothsee, die WM dann im August. Die Laser-Run EM in Barcelona steht immer noch in den Sternen. Wahrscheinlich wird das aufgrund des für uns blöden Termins und der teuren Anreise nichts. Allerdings komme ich wohl unverhofft zu einer weiteren WM Teilnahme! Die Laser-Run WM in China wurden abgesagt (#Corona) und zur Triathle WM in Weiden dazu gelegt. Geil 🙂

Mal sehen wie lange der Plan so stehen bleibt 😉

 

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