b2run Nürnberg 2019

Seitdem ich meinen Arbeitgeber gewechselt habe steht der b2run Nürnberg jährlich in meinem Laufkalender. Mittlerweile ist es mein dritter Start – nach dem Regenfest 2017 und der Hitzeschlacht 2018 scheint es auch 2019 wieder hochsommerlich warm zu werden. Seit dem letzen Jahr organisiere ich für uns auch den Spaß und somit hat es mich sehr gefreut, dass unser Laufteam von 4 StarterInnen 2018 (aufgrund einiger kurzfristiger Absagen) auf dieses mal 13 Personen angewachsen ist! Aber es gab ja auch neue Laufshirts 😉

Grundsätzlich muss ich ja sagen, dass ich dem b2run eigentlich nicht sonderlich viel abgewinnen kann. Es sind einfach VIEL ZU VIELE Menschen, die Strecke ist, gerade am Anfang, aber auch zwischendurch, einfach zu eng für die Massen und der Termin ist eigentlich auch alles andere als glücklich gewählt. Ende Juli, bei der größten Hitze, werden knapp 14000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Strecke geschickt (laut Ergebnisliste), von denen vielleicht ein Bruchteil wirklich regelmäßig läuft. Klar sollte man an die Vernunft der Einzelnen appelieren können, aber viele melden sich aus Spaß an, entwickeln aber in der Wettkampfsituation (und vielleicht auch aus Egogründen) einen Ehrgeiz und knallen sich dann vollständig weg… Dazu ist der Lauf in meinen Augen enorm teuer (Normalpreis ab 30€ netto), mit diversen Paketen nach oben hin offen. ABer ok, die Firmen können das intern als Gesundheitsmaßnahme, Marketing oder sonstwas verbuchen und die Ausgaben somit rechtfertigen.

Was die Veranstalter allerdings mittlerweile gut machen ist das Startprozedere. Alle werden in Blöcke von 18:00/18:20/18:40/19:00 und 19:20Uhr eingeteilt, bei der Anmeldung kann man sich raussuchen wann man starten möchte (solange noch Plätze verfügbar sind) und das wird auch gut kontrolliert. Innerhalb der Startzeit wird der riesige Block (14000 Menschen in 5 Teile sind immer noch mehr pro Gruppe als bei den meisten anderen Laufveranstaltungen) dann nochmal in 5min Wellen los gelassen. So ist die Wartezeit im Gedränge halbwegs erträglich. Nachdem wir letztes Jahr zu spät dran waren mit der Bestellung (also ich ;)) und erst um 19:20Uhr starten konnten habe ich diesmal auf Verdacht die ersten Plätze für 18Uhr gekauft und bei Bedarf nachgebucht. So konnten wir bis auf drei alle um 18Uhr los, für die anderen war 18:40Uhr aber auch ok. Zusätzlich kaufte ich bei der ersten Bestellung gleich noch drei Durchstartertickets – natürlich gegen einen weiteren Aufpreis. Damit darf man aber um 18Uhr nochmal vor allen Anderen auf die Strecke. Das ist für die gedacht, die zumindest irgendwie auf Tempo laufen wollen – hinten ist das aufgrund der vollen Strecke nicht wirklich gut möglich, wie das Vorjahr gezeigt hat.

Am Dienstag war der Lauf und nach einem normalen Bürotag schaffte ich es noch gerade so nach Hause um mich umzuziehen und zur S-Bahn zu kommen. In der Startnummer ist die Fahrkarte enthalten (gut!) und bei den Massen an Menschen ist der ÖPNV wohl die Bessere Wahl. Die Großen Kiddies waren mit der Oma auch am Bahngleich und wollten mit, während der Rest der Family krank am Sofa bleiben musste…. die Seuche greift wieder um sich. Bis zum Hauptbahnhof war alles entspannt, ab da fühlte man sich dann wie bei einem Fußballspiel. Bei weit über 30 Grad kein Spaß und man war schon durch geschwitzt bevor überhaupt der Start zu sehen war. Mit den KollegInnen hatte ich den gleichen Treffpunkt wie letztes Jahr ausgemacht, am Ende waren auch fast alle da und wir konnten noch ein kleines Foto machen, bevor wir uns in Richtung Start begaben und aufteilten.

 

 

Wir kamen genau pünktlich im Startblock an und mussten nur noch wenige Minuten warten bis es los ging… Zum Glück, denn das Bespaßungsprogramm ist halt überhaupt nicht meins. Der Countdown ist genug, das muss reichen! Nachdem er runtergezählt wurde ging’s dann auch los … jedenfalls, fast es dauerte dann nochmal knapp eine Minute bis wir an der Startmatte waren um dann endlich durchstarten zu können! Naja, zumindest konnten wir so halbwegs durchstarten. Der Startbereich führt vielleicht 200m außen um das Zeppelinfeld herum und ist auf dem ganzen Weg nicht breiter wie der Eingang da rein. Macht natürlich Sinn, damit kein Engpass entsteht, vielleicht könnte man aber auch den Start einfach in den Durchgang legen. Laufen kann man hier eher schlecht als recht und auch die Absperrgitter sind ordentliche Stolperfallen wenn man nicht aufpasst. Hat man es ins Feld geschafft wird der Weg aber schön breit – aber es sind, obwohl man im Durchstarterblock ist so viele Menschen da, dass man immernoch nicht frei laufen kann. Man schlängelt sich so durch die Massen, wieder raus aus dem Zeppelinfeld in Richtung Gutmann am Dutzendteich. Die Leute werden nicht wirklich weniger, dafür die Strecke wieder enger – das kennt man von der Winterlaufserie die auch hier lang geht. Zwischen Dutzendteich und Serenadenhof wich ich dann öfter auf das Gras aus um mein Tempo halten zu können, es hatte sich aber mittlerweile zumindest schon so sortiert, dass alle halbwegs im gleichen Tempo unterwegs waren. Der Durchstarterblock wird halt auch von vielen genutzt, die einfach vorne los wollen, aber vom Tempo her darin nichts verloren haben. Und die stellen sich dann auch nicht hinten rein. Naja egal. Hat man den Serenadenhof halb umkreist geht es zum Volksfestplatz und auf die Große Straße. Hier ist nach ca. 2,5km der erste und einzige Wasserstand – das sollte man bei dem Wetter auch überdenken! – und die Strecke wurde von nun an wieder breiter und auch leerer, sodass man deutlich entspannter voran kam. Entspannt war ich gefühlt auch die ganze Zeit. Ich war zwar flott unterwegs, aber durchaus im „angenehmen“ Bereich. Niemals über dem Limit aber immer wirklich schön auf Zug. Immer wieder mussten Läufer (ja, nur Männer!) aussteigen, oder zumindest Gehen, die ich wie weiterhin viele andere einsammelte. Überhaupt wurde ich im ganzen Lauf nicht überholt – war wohl etwas zu weit hinten im Durchstarerblock, aber das ist ja auch mal nett so 🙂
Die Strecke ging dann wieder zur Großen Straße. Um auf die Distanz zu kommen erst nochmal Richtung Serenadenhof, dann auf der anderen Seite wieder entgegengesetzt und ab durch die Fotoanlage.

 

Von hier an war es nicht mehr weit, kurz durch ein schattiges Waldstück, Richtung Stadion. Zuerst vorbei an der Arena, dann einen kleinen Bogen zum Tor und rein ins Stadiongelände. Im Durchgang runter zur Laufbahn – also vielleicht 200m vor dem Ziel – rappelte sich gerade ein Läufer wieder hoch. Eine Läuferin die ein Stück vor mir war und gerade ankam rief schon nach Ordnern, der Läufer wollte sich erst nicht helfen lassen und versuchte nochmal zu Laufen, torkelte dabei aber gegen die Wand. Bis ich da war, war auch Streckenpersonal da, also liefen wir beide weiter das letzte Stück ins Ziel. Nach offiziell 23:30 Minuten war der ganze Spaß schon wieder vorbei.

 

Ich wurde am Ende 56. Oder 53. Mann, bzw. 54. Gesamt (Die Platzierungen in der Ergebnisliste wechseln quasi täglich ;)) und konnte mich zum Vorjahr um satte 90 Sekunden verbessern! Die Läuferin vor mir war ABC Jones, die auch schon im Tiergartenlauf ordentlich abgeliefert hatte und heute wie sich herausstellte 4. Frau wurde! Ich gign weiter zum Verpflegungsstand (der wurde aus dem Stadion raus gelegt, also ein ganzes Stück vom Ziel weg …), kippte mir die ersten Wasser rein und drüber und schnappte mir etwas Obst, da war auch schon Klaus als zweiter Läufer unserer Firma da. Wir standen noch etwas bei Obst und Getränken, schauten dann mal weiter (zurück ins Stadion ging es erstmal nicht!) und genehmigten uns schließlich noch da ein oder andere alkoholfreie Weizen (#KeineWerbung! ;)). Andere KollegInnen sah ich vor Ort nicht mehr, da ich eher zügig heim wollte – also telefonierte ich mit meinem Fanclub, machte nochmal einen Abstecher durch den Innenraum zu den Medaillen (die Leute wurden also nur einmal außen rum geleitet…das hatte ich den Materialien so auch nicht entnommen) und wir fuhren mit der S-Bahn wieder heimwärts. Zum Glück war sie jetzt schön leer 🙂

 

Im Nachhinein haben wir als Firma noch ein paar Highlights zu vermelden:
– Ganz oben hat Anita den Altersklassensieg in der W Ü60 geholt!
– Alle sind gesund ins Ziel gekommen. Bei den Bedingungen nicht selbstverständlich und wie eingangs erwähnt haben Kollegen viele gesehen, die am Seitenrand lagen/saßen und behandelt werden mussten. Sofern denn Sanis verfügbar waren!
– Alle die letztes Jahr schon dabei waren konnten ihre Zeit gut verbessern!

Aber auch ein paar „Lowlights“:
– Eine Kollegin war walkend unterwegs – ab 18:40Uhr, also auch nicht ewig spät im Ziel, die 19:20er waren auf jeden Fall noch auf der Strecke. Sie hat aber keine Medaille mehr bekommen, weil alle weg waren! WTF, b2run? Das kann’s doch nicht sein. So viel Geld und dann nicht für alle Medaillen da haben? Ihr ward doch ewig ausgebucht und wusstet lange vorher wie viele Menschen mit machen! Noch dazu wo die Medaillen doch von Stadt zu Stadt identisch sind und weiter verwendet werden können!

Persönlich war ich wie gesagt auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis, vor allem mit der Lockerheit wie es ging. Mit der Veranstaltung an sich werde ich trotzdem nicht so richtig warm. Im Durchstarterblock geht’s noch halbwegs und da mich der Startplatz außer meiner Freizeit nichts kostet ist das Gesamtfazit schon positiv – auch wenn in Summe viele Dorfläufe besser durchorganisiert sind. Der Neue Weg nach dem Ziel – erstmal wieder raus um überhaupt zum Wasser und Obst zu bekommen, dann weiter außen rum zum Weizen, nur um dann, um die Medaille abzuholen, wieder rein zu müssen ist… wirr. Und zu lang. Zumindest zum Wasser. Vielleicht geht irgendwie eine erste Getränkeausgabe direkt nach dem Ziel zusätzlich und/oder eine zweite auf der Strecke. Platzmäßig bietet sich die Große Straße doch mehr als an, auch logistisch. Bei den Bedingungen mit so vielen untrainierten Leuten ist ein Wasserstand auf der Strecke viel zu wenig, wie man leider oft genug an zusammengeklappten Teilnehmern gesehen hat! Wenn im Innenraum nach dem Ziel kein Platz ist macht dafür die Medaillenausgabe auch Außen, die zwei Stände der Ausgabe im Innenraum waren da drin eh ziemlich verloren und es war draußen ja genug Platz, sogar nahe am Ausgang aus dem Stadion im Schatten. Das würde sich doch anbieten. Und schafft nächstes Mal genug Medaillen ran!

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