Indoor Marathon Nürnberg – Halbmarathon

Die Wintersaison ist eröffnet! Nach dem „Einbruch“ bei den Goldenen Meilen von Schwabach stand nochmal ein Halbmarathon auf dem Programm. Diesmal eine Laufpremiere: es ging zum TÜV Rheinland LGA Indoor Marathon nach Nürnberg. Zwar auf die halbe Distanz – 21,2km reichen – aber wie der Name sagt: Indoor! Man läuft für den Halbmarathon 27 Runden durch das Gebäude des TÜV Rheinland, dabei jeweils 22 Stufen runter und später wieder 22 Stufen hoch!

Normalerweise schreibe ich in letzter Zeit diesen Teil ja immer ein paar Tage vor mir um mich schon mal etwas auf den Lauf einzustellen und mir über meine Herangehensweise und die Ziele die ich mir vornehme klar zu werden. Dafür war aufgrund verschiedenster Turbulenzen und Terminen (u.a. einem Turniersieg meiner Fußballjungs ;)) keine Zeit. Zumindest nicht zum aufschreiben. Den ein oder anderen Gedanken verschwendete ich dann doch daran und am #raceday selbst schmierte ich mir noch grob auf den Zettel die Splits für die Zielzeit 1h 40 – also Sub 100Minuten.

Die Rundungen und die Rechenfehler machten das Ganze wirklich nur grob. Ich wusste nicht wie ich die Treppenhäuser vertragen würde, erwartete enormes Gedränge und wenig „freien Lauf“, sodass ich als Ziel ungefähr die Zeit vom Seenlandmarathon mit Babyjogger in Gedanken als Ziel zusammen würfelte.

Eingang zur Laufstrecke

Am Sonntag machte ich mich dann alleine auf zur TÜV-Prüfung (dieses Wortspiel steht glaube ich irgendwo in der Ausschreibung…) – die Family gab sich den Stress nicht, hätte aber vielleicht auch Spaß gehabt, da man hier – vielleicht abgesehen von einem Halbmarathon auf der 400m-Laufbahn – so oft wie sonst nirgends die Läufer zu sehen bekommt. Ich war relativ zeitig vor Ort, begab mich in den Keller zum Umziehen und sah mir dann erst mal den Start- und Zielbereich an. Dort traf ich dann zuerst auf Uwe, der nach langer Verletzungspause in der Staffel den Marathon lief und in seinem feschen Kostüm (Weiterlesen! Weiterlesen!! :D) nicht zu übersehen war und dann auf Roland Rigotti, der ebenfalls über den Halbmarathon am Start war. Wir quatschten eine Weile bis wir alle unserer Wege gingen und Dinge taten.

Ich für meinen Teil suchte (natürlich!) erstmal die Toilette auf und stellte mich dann vor eine Fensterscheibe in die Sonne, da es doch recht frisch im Gebäude war. Irgendwann beschloss ich dann einfach mal die Strecke abzugehen. Ein WarmUp war das nicht, man könnte es eher Streckenbesichtigung nennen. Also einmal den langen Gang lang, Treppe runter (der Bodenbelag wechselte von Teppich auf Gummi), den langen Gang zurück (hier war irgendwo der HM Start), 90 Grad nach links vorbei am Buffet (gleich mal einen Keks geschnappt), den kurzen Gang vor, beim DJ die Treppe hoch, den kurzen Gang auch wieder zurück (hier war der Marathonstart) und schon war ich bei den Start/Ziel Messstellen. Die Schleife um den Aufzug sparte ich mir. Hier sieht man eine komplette Runde beginnend ungefähr beim Marathonstart:

Nun hieß es noch etwas warten. Ich machte es mir wieder in der Sonne bequem und beobachtete das Geschehen. Während der Begrüßung durch Markus Othmer – am spannendsten war die Begrüßung von Friedrich Hinkel; er ist seit der ersten Auflage am Start, lief hier bisher 10 Marathons, 3 Halbe und ist mittlerweile 78 Jahre alt! – und der „offiziellen Einweisung“ (Im Prinzip wurde der Zettel mit den Regeln nochmal vorgelesen) ging ich, als das „Faschingsprinzenpaar“ geehrt wurde, schon mal Richtung Start, denn mit Fasching habe ich ungefähr so viel am Hut wie Pinguine mit einem Karibikurlaub. Ich trabte einmal den langen Gang entlang und traf auf dem Weg die Treppen runter wieder Roland, der das aus den Jahren vorher schon kannte und sich ebenfalls schon mal auf den Weg nach unten machte. Wir sprachen über die letzten Läufe die wir so machten, die Ziele des Tages – seine Einschätzung ich würde heute vorne mitlaufen nahm ich erfreut, aber eher ungläubig zur Kenntnis 😉 – und dass wir relativ schnell auf die ersten Marathonis auflaufen würden, was aber kein Problem ist, da man am Gang eigentlich gut vorbei kommt. Nur im Treppenhaus gibt’s Stau. Auch daran zweifelte ich noch etwas, aber hey: er kennt das ja schließlich schon!

Das Treppenhaus zu den Umkleiden. Auf der Laufstrecke noch mit Matratzen ausgestattet ;)

Nach und nach füllte sich der Gang und schlussendlich startete ich aus Reihe zwei. Der Countdown wurde über einen Mitarbeiter vom TÜV mit Handy angetriggert, von den Läufern aufgenommen und bei Null ging’s los! Der Anfang lies sich wie erwartet super laufen, am Buffet vorbei, der DJ hatte Fasching im Programm – yeah -.- … – und zum ersten mal die Treppen im schnellen Schritt hoch. Oben wurde es dann laut – der Weg zum Eingangsbereich war nicht weit und hier waren die Zuschauer und nochmal Musik. Das erste Mal ging es durch Start/Ziel, 26 komplette Runden noch.  Am Wendepunkt nach dem Start (auf dem Video hat man es kurz gesehen) war eine Videowand aufgebaut auf der die aktuelle Zeit, die gelaufenen und die noch zu laufenden Runden der Läufer angezeigt werden, die kurz vorher durch Start/Ziel liefen. Ich brauchte tatsächlich mehrere Runden, bis ich mich grob orientieren konnte und ab dann meinen Namen fand.

Quelle: https://www.runnersworld.de/marathon/indoor-marathon-nuernberg-2018-die-bilder.572908.htm#14

Ich hatte ja vorher echt Bedenken wegen der vielen Runden und den für die kurze Strecke doch vielen Starten. Das stellte sich aber als absolut unbegründet heraus. Es hielten sich eigentlich alle daran rechts zu laufen, damit man links überholen kann und auf den Treppen das Überholen sein zu lassen. Natürlich gab es dadurch Stau und man hätte bei freier Bahn die Treppen – gerade hochwärts – schneller in Angriff nehmen können, mit der Zeit wusste ich diese kurzen „Pausen“ aber durchaus zu schätzen! Es dauerte ungefähr 2,5 Runden bis ich nicht mehr wusste wie viele Runden ich gelaufen war und wie viele ich noch laufen musste. Als ich mich dann regelmäßig auf der Liste fand hatte ich ein neues Problem und zwar dass mir nicht klar war, ob ich, wenn bei „noch zu laufende Runden“ eine Null steht die Runde noch fertig laufen musste oder nicht. Tja :). Ich hatte genug Zeit mir das zu überlegen.

Der Weg zu den Umkleiden – der Gang entspricht aber der Laufstrecke

Der Lauf war für mich sehr kurzweilig und immer spaßig. Als HM-Läufer, noch dazu wie sich zeigte doch einer der schnelleren, hat man das Glück ständig – wirklich ständig – andere zu überholen. Ein paar wenige Marathonis und Halbmarathonis überholten mich, dazu natürlich noch ein paar Marathonstaffeln, aber wenn es in Summe mehr als eine Hand voll waren, war es viel. Die ersten paar Runden orientierte ich mich hinter Anderen die ich beim Start gesehen habe und das Gefühl hatte, dass das ein gutes Tempo wäre. Der Abstand variierte je nachdem, wie man durch die Treppenhäuser kam und irgendwann ging ich vorbei. Von da an war die Orientierung weg und ich lief für mich alleine. Auf der Strecke nahm ich irgendwann einen Becher Iso (auch nur einmal, da er mir zu voll und das Iso entsprechend in meinem Gesicht war), danach mal Corny (die waren ganz schön kalt und entsprechend schwer zu kauen ;)), später mal ein Wasser und zwei mal noch je ein Stück Banane. Alle 800m Verpflegung ist schon fein! Unterwegs traf ich mehrmals auf Rene, der den ganzen Marathon vor sich hatte und Uwe, der im start-/Ziel Bereich war um zuzuschauen und zu warten bis sein Staffeleinsatz bevorstand. An dieser Stelle möchte ich ihm nochmal höchst inoffiziell zur Miss-Indoor-Marathon küren 🙂

Irgendwann war ich im Tunnel (hier vielleicht besser „im Gang“) und spulte einfach mein Programm so konstant es ging ab. Ich bekam nicht mehr mit, wann die Musik von Fasching auf rockigeres wechselte. Irgendwann setzte im Erdgeschoss die Sambatruppe ein und am Ende nahm ich unten Highway to Hell wahr. Gefühlt lief ich die ganze Zeit sehr konstant, was auch die offiziellen Rundensplits belegen (* siehe: Am Ende)

Die Abweichungen bis Runde 21 dürften hauptsächlich den unterschiedichen „Stauleveln“ in den Treppenhäusern geschuldet sein. Gegen Ende wurde es dann etwas schweirig, ich merkte die Anstrengung so langsam doch. Überraschenderweise war es irgendwann beim Abbiegen ins Treppenhaus auch im Nacken anstrengend (Spoiler: am Tag danach hatte ich da leichten Muskelkater…). Außerdem hatte ich Probleme mit der 180 Grad Kurve um den Aufzug nach Start/Ziel. Ich ging irgendwann dazu über so kleine Sprünge zu machen (kann man sich vielleicht vorstellen wie ein Langläufer den Berg hoch, nur eben um die Kurve) um meinen rechten Fuß etwas zu entlasten, auch wenn das komisch klingt. Auch das Anlaufen nach den Treppen – egal ob hoch oder runter – wurde gegen Ende schwieriger.

Wenige Runden vor Schluss sah ich bei einer Kurve im Augenwinkel Richard Wick (aus der Finisherliste gespickt ;)) dem ich in den ersten Runden gefolgt bin direkt hinter mir. Ich fragte ihn irgendwann, ob wir eigentlich noch 2 oder 3 Runden zu Laufen hätten, da ich es echt nicht wusste. Er war sich auch nicht sicher, meinte aber es wären noch zwei. Das fand ich gut! Genauso, dass wir es nicht auf einen Zielsprint anlegen wollten, wir hatten ja schon genug in den Beinen 🙂 Wir liefen also die letzten Runden zusammen bis wir unten nochmal auf Rene aufliefen. Ich quatschte nochmal kurz mit ihm, wünschte viel Spaß und war froh, dass es spätestens nach dieser Runde zuende war. Nochmal wollte (und konnte) ich dann nicht zu Richard auflaufen und kam nach offiziellen 1:35:54 als Siebter ins Ziel, ohne zu wissen, ob ich denn schon im Ziel war. Also lief ich die Schleife normal durch, sah dann Richard am Rand stehen, der bei der Rennleitung fragte ob wir fertig sind – waren wir – und ich war sehr froh darüber 🙂

Auf dem Weg Richtung Umkleide schlurfte ich an der Fotobox vorbei. Ich war geistig nicht mehr in der Lage das Ding richtig zu bedienen, aber hey, zwei Bilder wurden es noch 😀

Danach ging es runter in die Umkleide, vorher stoppte ich kurz an der Finisherausgabe:

…und zug mir eine Flasche Wasser rein. Auf dem Weg zu den Umkleiden haute es mich fast zwei mal auf die Waffel weil ich auf dem Gummiboden die Füße nicht mehr hoch bekam… Heil angekommen hüpfte ich kurz unter die Dusche und beim Anziehen traf ich auf eingangs erwähnten Friedrich Hinkel. Er musste leider nach knapp 10 Runden wegen Rückenschmerzen aufhören, erzählte mir dafür aber ein paar Anekdoten von Früher! Ich kämpfte mich dann wieder nach oben, plünderte erst mal das Buffet …

… der Kuchen war super! …, schaute dann nochmal bei Uwe vorbei, der immer noch auf seinen Start wartete und machte mich auf den Heimweg. Festzuhalten bleibt, dass der Lauf absolut gut war, ich gerne nächstes Jahr wieder teilnehme, wenn ich bei der Anmeldung schnell genug bin und absolut positiv überrascht bin von meiner Zeit. Im Nachhinein habe ich gesehen, dass ich nur rund 1:30 Minuten auf Roland und somit Platz 4 verloren hatte (soviel nimmt er mir wenn’s sein muss auf 5km ab ;)). Es war also enorm eng da vorne und ich habe es gar nicht geschnallt 🙂 Ist mir im Endeffekt aber auch egal! Es lief eigentlich von Anfang bis Ende super, ich hatte wirklich Spaß, hätte mit dieser Zeit nicht gerechnet und wer weiß, wenn ich die 1:30 versucht hätte zu holen wäre es vielleicht anders gewesen.

Da es Indoor war habe ich natürlich keinen schönen GPS Track, allerdings fand ich sowohl das HR (kontinuierliche Steigung), als auch das Power Chart (Stop&Go in den Treppenhäusern) ganz schön:

 

Als nächstes geht’s dann wirklich in den Wintermodus, aber nicht ohne diesmal doch noch etwas anderes zu machen. Zwei Termine stehen: Am 25.11. der 5er bei der Winterlaufserie und am 31.12. der 5er beim Silversterlauf. Das ist jetzt noch nichts besonderes, aber für die 6 Wochen Trainingsphase habe ich mir einen 5k Plan geklickt. Der Winterlaufserienlauf dient somit der frühen Formbestimmung. Somit kann ich zur Not den Plan etwas anpassen (ich habe eine optimistische niedrige 19er Zeit als Ausgangswert angegeben) und beim Silvesterlauf das erste Ergebnis sehen. Eigentlich ist es ein 12 Wochen Plan, die zweite Hälfte habe ich auch bereits da, aber Ziel ist es erst mal die 6 Wochen konsequent durch zu ziehen – das wird schwer genug! Eventuell mache ich auch eine kleine Blogserie daraus – so für die Eigenmotivation – mal sehen.

 

*Rundensplits:

1   03:25,8
2   03:19,4
3   03:25,1
4   03:24,0
5   03:28,4
6   03:22,9
7   03:30,5
8   03:23,3
9   03:27,9
10 03:23,7
11 03:24,1
12 03:26,0
13 03:25,0
14 03:29,6
15 03:31,3
16 03:28,6
17 03:31,4
18 03:27,1
19 03:34,4
20 03:31,4
21 03:38,5
22 03:34,1
23 03:36,2
24 03:37,8
25 03:35,6
26 03:34,4
27 03:40,9

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