(K)ein Silvesterlauf Nürnberg – II

Lange war es still hier im Blog, jetzt wird es Zeit endlich mal wieder was zu schreiben – quasi ein “Lebenszeichen” von mir zu geben. Ja, mich gibt’s noch, ja, ich Laufe noch, aber wie der Titel schon sagt kann ich mich leider auch dieses Jahr wieder nicht mit einem Silvesterlauf melden. Diesmal lag es nicht an einer Krankheit – ich bin quietschvidel und top in Schuss – der Grund ist allseits bekannt und auch hier schon häufig erwähnt natürlich Corona. Nach den Bayrischen Meisterschaften im Laser-Run, die tatsächlich mehr oder weniger direkt vor dem auch heute noch aktuellen, aber leider mehr oder weniger wirkungslosen “Lockdownchen” kamen, fand kein Wettkampf mehr statt – also gab es auch nicht wirklich was zu schreiben. Ich hatte zwar noch diverse Virtuelle Läufe, diese sogar teilweise ziemlich gerockt (mehr dazu gleich), aber dafür jeweils extra einen Eintrag hier schreiben fand ich dann doch zu eintönig. Denn das, was einen Blog über das – hauptsächlich wettkampfbezogene – Laufen ausmacht sind halt auch Wettkampfberichte. Aber Wettkämpfe ohne physische Konkurrenz ist absolut nicht das gleiche. So schön die virtuellen Events Anfang der Pandemie waren, so schwer habe ich mich nach und nach damit getan mich dafür zu motivieren. Anstelle dessen traten aber andere Dinge, über die ich jetzt kurz berichten möchte.

Nach den Meisterschaften war auch mehr oder weniger das Laser-Run Training für dieses Jahr mehr oder weniger gelaufen. Ich schoss zwar noch regelmäßig, da es draußen aber kälter wurde verlegte ich meine Läufe weg von den Intensiven Einheiten und wieder vermehrt hin zum Grundlagenbereich. Morgens in der Kälte ballert man einfach keine Intervalle 🙂 Ab und zu, wenn ich vormittags “sturmfrei” hatte, verlegte ich den Lauf in den Vormittag, da gingen dann auch mal intensivere Dinge – meist 5km Tempoblöcke in längere Läufe integriert, da die Tempohärte noch meine von mir auserkorene Schwachstelle ist an der ich arbeiten wollte. Also… für das Sub-3-Stunden Marathon Ziel, dass mir immer noch im Kopf herum schwirrt. Ein paar Highlights hatte der Herbst aber trotzdem zu bieten:

Die goldenen Meilen von Schwabach fanden natürlich virtuell statt, aber mit dem Unterschied, dass man sie auf der Originalstrecke laufen sollte, dafür aber beliebig innerhalb eines Monats kommen konnte. Ich lief insgesamt drei mal: Mit dem Sohnemann lief ich erstmals einen 5km “Wettkampf”. Kurz danach lief ich den 5er nochmal auf Tempo, da konnte ich das virtuelle Rennen gewinnen. Innerhalb eines 30er earlybird Laufs lief ich zum Abschluss auch noch den Halbmarathon.

– Im Lockdown – eigentlich war auch die Sportanlage gesperrt – ging ich trotzdem auf die Bahn um das Ziel Halbmarathonbestzeit noch anzugehen. Den 5er hatte ich bereits unerwartet auf 16:52 gedrückt und auch der 10er stand vom letzten Jahr auf Fehmarn bei 37:14. Der HM war offiziell bei 1:29:59(?), inoffiziell war ich auf Langeoog schon bei 1:27:irgendwas, aber insgeheim wollte ich eine Pace unter 4:00 laufen. Also rauf, am Ende leuchtete mich dir Uhr mit 1:18:21 an. Und sozusagen nebenbei noch 10km in 36:50. WOW! [ich glaub’s ja immernoch nicht so wirklich ^^]

 

– A propos Lockdown: Lockdown Zeit ist Coronathon Zeit! Ab Ende Oktober/Anfang November hieß es wieder Streaken! Das setze ich seitdem wieder in meiner eigenen Variante um – neben Laufen gilt auch Zwiften und spätestens seitdem eskalieren meine Umfänge.

Und so war das Jahr unterm Strich einfach grandios. Insgesamt hatte ich 3114,07 Laufkilometer auf dem Tacho, dazu 4102,84km Radfahren fast ausschließlich auf Zwift. Ziel am Jahresanfang war es 50km/Woche zu Laufen, das habe ich – gerade am Ende – deutlich übertroffen. Ich hatte erstmals (und seitdem mehrmals) sogar 100km Wochen drin. Aktuell im Januar haben wir vom Fünfkampfteam eine Laufchallenge, in der 10 Gruppen mit 1-5 Personen gebildet wurden, die gegeneinander antreten um möglichst viele KM zu laufen. Bei den “großen”, bzw. “Vielläufern” werden die KM zusätzlich halbiert. Das Mindestziel lag bei 100km pro Gruppe. Ich laufe alleine und mit halbierten Kilometern und nicht vorne weg 😉 Das ist so grandios motivierend, einfach weil alle, wirklich alle, absolut mitziehen und mit einem Eifer bei der Sache sind, dass es einen echt wundert. Ich bin in den sieben Tagen bisher 165,54km gelaufen. Eine 100 Meilen Woche also. Absolut um Welten mehr als bisher in meiner “Rekordwoche”. Dazu noch einen virtuellen 5km Wettkampflauf den ich ordentlich angegangen bin – 19:09 früh um 5Uhr bei leichten Minusgraden passt schon 😉 – aber in einen 33km Lauf integriert habe. #allebekloppt lässt Grüßen!

Ich bin absolut am Limit, trotzdem nur irgendwo im Mittelfeld der Liste, freue mich aber riesig über alle anderen Gruppen die Kilometer in den Waldboden laufen, dass man sich nur so umschaut. So geht Sport virtuell. Getrennt und doch zusammen. Meine eigenen Kids zieht es auch ständig raus zum rennen – wenn ich da mit gehe laufen sie zwar 4mal so weit, aber es ist egal. Es macht einfach nur Spaß!

Das ist glaube ich gerade der Schlüssel: Mit einer bekannten Gruppe eine Challenge angehen. Sie müsste nichtmal kompetitiv sein, sie könnte auch kooperativ (zB Wie schnell schaffen wir 1000km?) ausfallen – die bekannte gruppe ist der Schlüssel. Seit Mitte Dezember laufe ich – als vorerst letzte virtuelle Laufchallenge – den Winterwaldlauf. Da geht’s bis Mitte März auch darum wer die meisten Kilometer sammelt. Das catcht mich aber bei weitem nicht so sehr wie die Fünfkampfgruppe, einfach weil es zum Großteil eine “anonyme Liste” von Namen ist gegen die man da antritt. Bei physischen Wettkämpfen ist es egal, dass man die anderen nicht kennt, da misst man sich Seite an Seite. So ist es aber einfach nicht vergleichbar.

Wie geht’s weiter? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Ich hoffe sehr, dass es im Sommer wieder Laser-Run Wettkämpfe geben kann. Außerdem schenkt mir die Fünfkampf Challenge ja gerade förmlich die Umfänge, die ich für einen guten Marathon nur brauchen kann. Noch etwas mehr noch längere Einheiten (dafür vielleicht mal wieder Ruhetage ;)) und noch etwas mehr Marathontempo und ich denke das ist eine sehr ordentliche Vorbereitung. So wirklich strukturiert habe ich noch nie trainiert und ich werde mein Marathonziel auch mit “meinem Weg” angehen und schaffen, davon bin ich überzeugt. Tendenziell gehe ich dazu im Frühjahr einfach wieder auf die Bahn und fertig. Einen Wettkampf sehe ich so schnell einfach nicht kommen. Alles Weitere wird man sehen. Da voraussichtlich so schnell nichts mehr hier erscheinen wird schreib’ ich vielleicht ein Buch oder so. “From Zero to Deutscher Meister” wäre doch ein passender Titel, oder? 😉

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