Krenlauf Baiersdorf 2018

Die fränkische Metropolregion bietet für Läufer eine Menge Gelegenheiten sich auszutoben. Man könnte wahrscheinlich jede Woche zu anderen Läufen fahren und hätte mehrere Jahre Abwechslung im Programm. Andererseits gehe ich gerne zu Läufen, die ich schon mal gemacht und für gut befunden habe. Nachdem ich also 2017 bei meinem ersten Krenlauf in Baiersdorf war (es war die 2. Auflage) ging es dieses mal wieder hin. Die Veranstaltung war damals schon super und wurde diesmal noch ein einigen Punkten verändert/verbessert – dazu aber später mehr.

Vorbereitung ist alles!

… oder nichts. Je nachdem, wie man es sieht. Am Tag vor dem Lauf hatte mein Großer Fußballheimturnier. Nachdem ich diese Woche unter der Woche nicht aus dem Bett gekommen bin war das für mich die Gelegenheit die Laufschuhe zu schnüren und mit meinen Mädels im Fahrradanhänger eine Runde zum Sportplatz zu laufen. Das Laufen mit Fahrradanhänger wird immer ein Hobby für sich, für das ich schon eigene Pläne schmiede – dazu aber in einem gesonderten Beitrag mehr. Ich lief mit den Beiden also knapp 9km zum Sportplatz. Weil das ja nicht reicht nutzte ich während einer doppelten Spielpause die Laufbahn und ballerte ein paar Intervalle. Warum auch nicht? 🙂 So langsam stecke ich mit dem herum gerenne andere Eltern an – Zielgruppe sind zwar eigentlich eher die Kids, aber das dauert wohl noch ;). Das Turnier war übrigens ein voller Erfolg! Als guter Gastgeber wurde der Große mit seinen Jungs 2. und konnte im letzten Spiel sogar noch ne Bude machen! Nach dem Abbau und etwas unterhalten am Sportplatz ging es wieder zurück, allerdings den direkten Weg und diesmal auch nur eine Tochter mit im Gefährt. Zu Hause angekommen warteten dann zwei bis drölf Ladungen Holz die verräumt werden wollten. Ja, Rennvorbereitung kann ich wirklich. Dazu noch den ganzen Tag in der Sonne gestanden, natürlich ohne mich einzucremen. Tjaja, irgendwann lerne ich es vielleicht auch noch. Vielleicht auch nicht.

Raceday!

 

Der Wecker klingelte am Sonntag wieder um 7. Geplante Abfahrt war um 8, damit die beiden Großen beim neu eingeführten Bambinilauf starten können. Ausnahmsweise klappte mal alles wie geplant und wir saßen Punkt 8 im Auto. Nur um dann von den Kiddies zu erfahren, dass sie eigentlich keinen Bock haben zu Laufen 😀 … Hm, tja, gemeldet waren sie bisher ja eh nicht (der Lauf wäre kostenlos) … also fuhren wir halt einfach mal hin und schauen ob sie es sich anders überlegen… Haben sie nicht 🙂 In Baiersdorf angekommen war alles noch ziemlich ruhig und gefühlt im Aufbau. Nachdem wir uns mal entschieden wo wir parken wollten (zum „Großparkplatz“ wollten wir nicht wieder, da kam man letztes mal eher schlecht raus, da dieser direkt an der Laufstrecke ist) holte ich mir nur schnell meine Startunterlagen und wir stellten uns an die Strecke um den anderen Bambinis zuzusehen. Vor dem Bambinistart kamen auch Elli und Sven zu uns, die ebenfalls an den Start gingen – Sven sogar über beide Distanzen. Bambiniläufe sind immer wieder toll. Es macht einfach Spaß den Kleinen zuzusehen, wie sie über die Strecke wuseln.

Nach dem Lauf haben wir uns dann umgezogen, noch etwas gequatscht, den Uwe gesehen (der übrigens haarscharf daran vorbei geschrammt ist seinem Sohn ein 3500€ Rad zu kaufen – *CliffHanger* :p) und uns dann etwas … naja … eingetrabt. Langsam und mit viel #mimimi meinerseits 🙂 Auf dem Weg zur Startaufstellung noch der Family gewunken und von hinten in den Startkanal. Uff, da war’s voll. Walker, Walker, Walker, Läufer, Läufer, Läufer… und als ich fast vorne war noch zwei Fußballmannschaften. Ich blieb dann aber stehen – mein Gedanke war: Fußballer spielen Fußball, die Laufen nicht! Also. Die Laufen schon, die ersten paar Meter sau schnell und dann nicht mehr weit 🙂 (ja, Klischeedenken, ich weiß). Kurz darauf ging’s dann auch schon los. Wie vermutet ballerten die Fußballer wie die Wilden vorne weg, leicht durchsetzt von 3 Läufern und dann kam ich. Von den dreien erkannte ich einen vom letzten Jahr wieder – er wurde damals zweiter – die anderen beiden kannte ich nicht. Also mal schauen was geht. Einen der beiden überholte ich recht schnell, an den anderen hing ich mich erst mal ne Weile ran. Das Tempo war konstant hoch, fühlte sich gut an. Nach einer kurzen Runde durch das Wohngebiet läuft man nochmal durch Start/Ziel und dann in die andere Richtung lange geradeaus weiter. Stimmung hat man überall auf der Strecke, die komplette Anwohnerschaft die draußen ist feuert einen an, im Start/Zielbereich sowieso – hier ist auch enorm viel los. Nach der ersten Schleife – ca. 1-1,5km hatte ich dann auch den zweiten „Läufer“ überholt, zwei Fußballer direkt vor mit, den Zweitplatzierten vom letzten Jahr weiter vorne noch in Sicht und ganz vorne noch ein Fußballer.

Auch wenn das irgendwie doof klingt war er der einzige von den Baiersdorfer Kickern dem ich zutraute das durchzuhalten, einfach weil ich nicht dachte, dass jemand doch so lange so schnell läuft – das sah schon irgendwie nach „Plan“ aus. Wie auch immer lief ich erst mal konstant weiter. Einer der beiden direkt vor mir griff sich an den Oberschenkel und musste wenig später raus, den anderen holte ich an der Stelle, die man vielleicht Anstieg nennen könnte ein. Somit war ich auf Position 3, die anderen beiden im Blick. Nachdem es vorne einen Führungswechsel gab war ich zuversichtlich, dass ich auch den letzten Fußballer noch einholen könnte, was mir auch noch vor dem Verpflegungspunkt gelang. Ich lief weiter möglichst konstant mein Tempo – es ging um ein paar Kurven, kurz runter in den Wiesengrund und über Schotterwege wieder in Richtung Start. Hier knallte die Sonne ganz schön drauf, ich hatte mittlerweile eine gute Lücke nach vorne und hinten. Mir war hier (ca. km3) klar, dass nichts mehr passieren dürfte, wenn ich nicht selbst irgendwie einbreche. Der Rest war entsprechend unspektakulär. Ich hielt so gut es ging mein Tempo (Spoiler: ging gut! ;)) und kam wieder nach Baiersdorf rein. Hier möchte ich nochmal besonders hervorheben wie gut die Stimmung hier ist: egal ob Zuschauer oder andere Läufer die sich gerade warm machen: alle feuern an und klatschen – das ist echt klasse!

In der letzten Kurve vor dem Ziel stand meine Family und mir rief noch ein ehemaliger Arbeitskollege zu den ich schon im letzten Jahr hier getroffen hatte und ich konnte in offiziell gemessenen 18:43 durch das Ziel rennen. Fantastische Zeit (nur ganz knapp über meiner Bestzeit und exakt 30 Sekunden schneller als 2017!), fantastischer 2. Platz, ich: platt 🙂 [Details hier bei runalyze.de]

Nachdem ich meine Medaille in Empfang genommen hatte habe ich mich kurz in den Schatten gesetzt und bin danach zum Verpflegungsstand: einmal Wasser, Apfel, nochmal Wasser, Banane, Brezel, nochmal Banane, nochmal Wasser und zum Schluss noch ein gutes Kapuziner alkoholfrei. Jawoll: Energiespeicher Aufladen kann ich auch sehr gut 😀 Ok, mal nicht übertreiben, die Kiddies, die mittlerweile mit da waren haben auch was bekommen (meine Frau wollte(?) nichts … ups, hätte ich mal fragen können :D). mein vorhin erwähnter ehemaliger Arbeitskollege kam auch und wir hatten noch eine nette Unterhaltung. Seine Jungs vom letzten Jahr waren auch wieder am Start und kurz nach mir im Ziel, ebenso wie Sven und Elli. Es kam dann noch ein Läufer zu uns der sich mit uns unterhielt und den ich glaube ich etwas doof stehen habe lassen. Falls du das liest: Sorry, das war so nicht gewollt – ich schiebe es mal auf den „nach-Lauf-Sauerstoffmangel“ und die Hitze 🙂 Wir gingen dann zum Rest der Begleitung (Sohnemann und Großeltern waren noch an der Strecke. Wir applaudierten den anderen Läufer, ich zog mich um und wir beschlossen, nachdem das Schlussmeerrettichfahrrad durch war zum Kuchenbuffet zu gehen. Das war auch eine gute Entscheidung, denn anders als letztes Jahr fand die Siegerehrung ziemlich direkt nach dem Laufende statt. Die hätten wir also fast verpasst! Haben wir aber nicht und so gab es diesmal *trommelwirbel* wieder keinen Pokal… und auch keine Fön…dafür einen 25€ Gutschein vom Reisebüro! Mal sehen wie ich den eingesetzt bekomme 🙂 Egal, ich laufe ja nicht für Geld sondern für den Spaß – falls das ein Veranstalter liest dennoch nochmal der Hinweis: Ein Pokal ist schöner 😉 Mal sehen, ob ich mir wieder einen selbst bastele.

Ein paar Dinge möchte ich neben der tollen Stimmung und Organisation noch lobend erwähnen:

  • der geänderte Start-/Zielbereich ist super! Letztes Jahr war ein enger Kanal als Zieleinlauf, diesmal lag einfach so ein Transponderdingsi über die komplette Straße
  • der Bambinilauf ist ne tolle Sache, auch wenn die Kids nicht wollten
  • die Bands an der Strecke sind auch klasse
  • die Zielverpflegung ist spitze

Wenn nichts dazwischen kommt bin ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder am Start!

1 thought on “Krenlauf Baiersdorf 2018

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