Offene Hessische Meisterschaft LaserRun 2021

Hessische Meisterschaft LaserRun!

Wettkampfzeit! Juhu! Diesmal allerdings eine ganze Nummer kleiner als sonst. Wie schon beim letzten Mal sind wir nach Bensheim zu Hessischen Meisterschaft im LaserRun gefahren. Leider war dieses Jahr das Feld sehr, sehr, seeeehr überschaubar. Die Startliste umfasste gerade mal eine knappe A4-Seite – für alle Altersklassen! In Summe standen gerade mal 21 Teilnehmer:Innen an der Startlinie. Da sich diese auf 15 Wettkämpfe aufteilten (Geschlecht, Alter und Elite/Offene Kategorie) hatte das zur Folge, dass jede:r mit einer Medaille nach Hause gehen konnte – es gab also nur Sieger:Innen – das hat man doch auch nicht alle Tage!

Wir reisten wieder direkt am Wettkampftag zur sehr schönen Bensheimer Sportanlage. Die Wettkämpfe sollten erst um kurz vor 11 Uhr beginnen, sodass uns auch die Totalsperre auf der A6, die wir glücklicherweise gerade noch umfahren konnte, nicht weiter störte. Durch das Wissen vom letzten Mal konnten wir dieses Jahr direkt am „Hintereingang“ parken und waren direkt an der Laufbahn. Im Vergleich zum Vorjahr war der Schießstand direkt an der Tribüne aufgebaut. Da nur Zehn Schießstände aufgebaut wurden (einige Läufe fanden parallel statt) konnten die Displays doppelt angebracht werden – man sah also auch von der Tribüne aus direkt, ob getroffen wurde oder nicht und die Schießzeit. Das war schon sehr cool!
Ich hatte erstmls den laser-run-shop.de Stand im Gepäck und aufgrund der überraschend kleinen Veranstaltung schon überlegt, ob ich überhaupt aufbauen soll. Aber die komplette Idee hinter den Shop Produkten (aus denen der Stand besteht) ist ja der flexible und vor Allem schnelle Auf- und Abbau, also stellte ich die Tische einfach mal auf, hängte die Banner hin und breitete ein paar Artikel aus. Ich platzierte mich hinter dem Schießstand – Bester Blick bei der Arbeit! 🙂 Am Ende hat es sich auch gelohnt, schon allein für die netten Gespräche mit allen am Sport und den Produkten Interessierten! Schönen Gruß an alle, falls ihr euch hier her verirrt! 🙂

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Nun aber zum sportlichen Teil! Man könnte meinen, dass bei Wettkämpfen, bei denen die meisten schon als Sieger:In feststehen die Luft irgendwie raus ist, aber nichts da. Los ging es mit der U9. los ging es für K2 und K3 die alleine gegeneinander antreten durften. Ok, sie waren zu zweit am Start, aber es war selbstverständlich vorher klar, dass das zwei einzelne Rennen sein werden. Eine U7 gibt es halt nicht 🙂 Trotzdem haute K2 ordentlich einen raus, schoss in 10,6 und 10,5 Sekunden richtig stark und lief die Nummer alles andere als gemütlich! Sehr gut! Und K3? Es war immerhin der erste Wettkampf überhaupt. Am Ende standen beim Schießen natürlich zwei mal die 50s auf der Uhr, aber das war „einkalkuliert“. Der eine und einzige Treffer im zweiten Schießen wurden von der – ok, „Masse“ wäre übertrieben 😉 – wurde vom Publikum gefeiert wie ein Sieg und auch auf der Laufrunde – die phänomenal gut absolviert wurde – stand das Publikum Kopf! Wir hatten erst echt Bedenken, ob das so gut ist, als einzige hinterher rennen zu müssen, aber das war von Anfang an klar und junge Menschen soll man ja nicht aufhalten, wenn sie an Wettkämpfen teilnehmen wollen, also war alles gut und am Ende war es ein super Einstieg würde ich sagen!

Direkt danach kam Oli dran. Das „ewige Duell“ mit Spiridon ging in die nächste Runde und wie immer lieferten die beiden Sport vom Feinsten ab. Oli lies von Anfang an keinen Zweifel aufkommen, wer heute die Nase vorn haben würde. Vor dem ersten Schießen rutschte er fast aus (wie Spiridon bei der Triathle DM), schoss dann aber sagenhafte 4,4 Sekunden! Spiridon brauchte auch nur fantastische 5,6s und ich hätte nicht gedacht, dass man mit 5,6 Sekunden ein Schießen „deutlich“ verlieren kann, aber hier und heute war das so! Fast noch beeindruckender war dann aber der Lauf, den Oli in die Bahn hämmerte. Wir kennen die beiden ja schon eine Weile länger, aber was er für einen Abstand heraus lief lies uns erstmal enorm daran Zweifeln, ob er das durchhält! Beim zweiten Schießen musste Oli dann dem Tempo etwas tribut zollen – 8,6s. Immernoch sack schnell, aber zwei Fehler sieht man bei ihm nicht oft im Wettkampf. Aber auch Spiridon ging mehr Risiko und traf nicht so gut wie gewöhnlich – 10,2s. Ich würde alle diese Zeiten sofort unterschreiben, aber gut, für die beiden war die zweite Runde am unteren Ende der Leistungsskala. Die Beine flogen nochmal über die Bahn und am Ende war es ein deutlicher Sieg für Oli in überragenden 3:19min für 800m Laufen und 2 mal Schießen.

Im Anschluss folgten die U13, U15 und U19 gemischt mit der ein oder anderen Masters Klasse und schon war ich nach einer kurzen Mittagspause am Start. Ich hatte mir die Liste vorher nicht so genau angesehen, also wusste ich vorher gar nicht wen ich als Konkurrenz hatte – das änderte sich dann beim Einschießen. Da ich der einzige männliche Starter auf 10m Schießdistanz war war klar: um den Sieg an sich geht’s heute nicht. Das war gar nicht so einfach – der Druck war irgendwie direkt raus und das ist auch nicht gut. Zu viel Druck ist natürlich kacke, aber gar keiner? Ne, das ist auch nix. Aber andererseits bin ich nicht der Typ einen Wettkampf lasch anzugehen, auch nicht wenn ich alleine bin. Irgendwann verfestigte sich dann der Gedanke: „Na gut, die Leute sollen was zu sehen bekommen für ihr Geld“! … Als ob jemand Eintritt gezahlt hätte. Aber das ich mich selbst mental verarschen kann habe ich ja im Buch schon geschildert 😉 Und Spoiler vorneweg: es sollte auch heute klappen.
Ich war noch mitten im WarmUp und hatte auf meiner Uhr noch 3 Minuten als ich hörte, dass schon alle am Start standen. Hoppla! Also schnell hin gerannt. Warm war ich jedenfalls, wenn auch nun nicht mehr ganz so konzentriert 🙂 Egal, los ging’s direkt und das erste schießen war eher so…mäh. Die ersten Schuss waren nichts, dann traf ich drei in Folge und dachte ich bin im Rhythmus, aber es gingen nochmal ein paar daneben, ich blieb mit dem „Coronabändchen“ an der Startnummer hängen… Es lief nicht rund. Am Ende waren es 23,6s… nennen wir es ausbaufähig. Im Moment als ich los bin war ich alles andere als zufrieden, im Gesamtfeld aber trotzdem noch gut auf dem zweiten Platz und mit etwas „ärger“ (Wut im Bauch wäre falsch formuliert) direkt am Kurveneingang vorne. Ich ließ laufen, wollte ja schließlich zeigen, dass man nicht umsonst in der Elitekategorie startet und zog meine Kreise. Überblick hatte ich keinen und hörte auch immer „Phantomschritte“ hinter mir. Ich glaube das waren meine eigenen, denn ich hatte wohl gleich eine Lücke gerissen, aber der Schall hat mich trotzdem irritiert. Ich hielt das Tempo über beide Runden hoch (laut Uhr unter 3:00min/km) und ging ins zweite Schießen.
Das lief mal so wie gewünscht – nur im letzten Schuss einen Fehler, 14,3s – so muss das sein! Wieder auf die Strecke, wieder fliegen lassen, etwas langsameres Tempo wie auf den ersten 800m (3:10min/km). Läuft!
Schießen 3 ähnlich wie das Zweite. Ich glaube der erste Schuss ging zusätzlich daneben, trotzdem nur 16,5s. Immer so wie die beiden und ich wäre absolut zufrieden! (Bis es mal soweit ist, dann will ich 12 oder 10 Sekunden – klar! ;))
Nochmal raus auf die Strecke und wie immer ist die Phase zwei Drittel bis drei Viertel des Rennens die zäheste. Die Pace wurde nochmal (leicht) langsamer – 3:20/3:25, aber immernoch seeeehr zufriedenstellend! Es ging also zum letzten Schießen und hier hat es mich zerlegt. Walter – der einen Super Job als Stadionsprecher gemacht hat! – forderte das Publikum auf wie beim Biaathlon jeden Treffer mit einem „HEY!“ zu quittieren. Tja nun. Ich habe meinen Teil in dem Spiel leider nicht beitragen können und verballerte erstmal wie doof. Irgendwann zitterte ich dann ein paar Treffer rein und die Scheibe füllte sich langsam, aber … ne, das war nix. Meine Konzentration war dahin – Walter, da geb‘ ich jetzt einfach dir die Schuld! 😀 Nein quatsch, das war eigentlich super. Vor allem auch ein toller Lerneffekt. Zumindest hoffe ich, dass der jetzt eintritt! Nach 25,4s war ich schließlich fertig. Uff.
Egal, der Rest lief ja grandios. Noch zwei Runden Tempo und ab dafür. Nach dem Schießen blickte ich mal auf die Uhr nach meiner Zwischenzeit. Knapp über 10min waren es glaube ich – jedenfalls setzte ich mir das neue Ziel am Ende unter 13min zu bleiben. Das war realistisch, sorgte aber dafür, dass ich nicht laufen lies, sondern auch die letzten beiden Runden nochmal durchzog. Nach den ersten 400m blickte ich nochmal auf die Uhr – ich hatte noch nicht die Hälfte der Zeit zu den 13min verbraucht – ich war auf Kurs. Letzte Runde, nicht nachlassen und am Ende nochmal ansatzweise eine Tempoerhöhung auf der Zielgeraden. Drin in offiziellen 12:40,6 – neue Bestzeit!

Sag nochmal einer man braucht Konkurrenzdruck für Höchstleistungen! Irgendwie schaffe ich es anscheinend auch ohne, mich in Richtung Grenzen zu pushen. Das schönste ist: Es ist immer noch Luft nach oben 🙂 Zwei von vier Schießen waren Mist, ich habe mir mit dem ersten Schuss immer bewusst SEHR viel Zeit gelassen und erstmal durchgeatmet. Allein hier sehe ich (defensiv gerechnet) nochmal 20s Potential. Ob ich noch weitere 20 rausholen kann (jeweils 5s auf 800m?)? Keine Ahnung. Geil wär irgendwann mal noch eine Zeit unter 12 Minuten aber definitiv 😉 Egal, das sind Spinnereien. Wenn’s so bleibt wie jetzt und das Schießen noch konstanter wird ist alles mehr als gut!

Wir schauten noch die restlichen Läufe, genossen die Siegerehrung und packten dann ganz gemütlich unsere Sachen. Schön war es wieder in Bensheim! Dieses mal war es wie gesagt eine sehr kleine, aber dafür umso feinere Veranstaltung mit dennoch tollen Leistungen aller Sportler:Innen, die hoffentlich auch die „Sportfremden“ beeindruckt haben, die einen Blick vom Fußball herüber geworfen haben. Nächstes Jahr kommen wir sehr, sehr gerne wieder! Nächster Stop ist dann erstmal die Bayrische Meisterschaft am 9.10.!

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