Panoramalauf Wendelstein 2019

 Previously

Nach dem mehr als erfolgreichen Start ins Wettkampfjahr 2019 beim Winterwaldlauf in Erlangen steht nun – fast schon traditionell – der Panoramalauf in Wendelstein auf dem Programm. Mit nur 4350m Distanz ist es der kürzeste Lauf in meinem Laufkalender. Nach dem überraschenden Sieg 2017 und dem vierten Platz (bei fast identischer Zeit) 2018 fällt mir die Zielsetzung etwas schwer. Nach einigem hin und her steht der Plan wie folgt:

B) Die Zeit verbessern

A) 16min unterbieten und/oder eine Gesamtpace von 3:3x.

Bei der kurzen Distanz macht alles andere keinen Sinn. Auch wenn das Scheitern an diesen Zielen absolut im Bereich des Möglichen liegt (vor allem beim A-Ziel!) fällt mir nichts anderes „sinnvolles“ ein, also hauen wir mal eine Ansage raus. Um das Ganze zu untermauern habe ich die Zielzeit auch so in raceday.me eingetragen – auch eine schöne Gelegenheit das Tool mal einem Live-Test zu unterziehen!

 

Raceday

Der Tag beim Panoramalauf startet immer enorm entspannt. Der Bambinilauf beginnt um 10:30 Uhr, ein Gedränge an der Startnummernausgabe gibt es nicht und in 15 Minuten sind wir vor Ort, also: Ausschlafen! Naja, wie einen die Kinder halt lassen 🙂 Um 7 Uhr war die Nacht auch rum, aber alles im grünen Bereich. Einem entspannten Tag stand nichts im Weg. Das Frühstück habe ich wie beim letzten mal nur halb verdrückt und mir den Rest für den Abend aufgehoben… für die kurze Distanz reicht das, nicht, dass noch irgendwas schwer im Magen liegt. Bei strahlendem Sonnenschein, aber doch noch frischen Temperaturen, ging es nach Wendelstein. Vor Ort angekommen pfiff ein ziemlich kalter Wind und ich bereute es kurz mich für das Singlet entschieden zu haben, mit der Zeit wurde es aber herrlich warm und alles war ok. Wir holten als erstes unsere Nummern (diesmal hat die Onlineanmeldung auch funktioniert 😉 den Wunsch nach einer Bestätigungsmail konnte ich direkt bei Daniel platzieren, der Teil des Orgateams ist und mit dem ich mehrmals plauschen konnte im Laufe des Tages).
A propos gute Unterhaltung: „natürlich“ war auch Roland Rigotti wieder da. Das wusste ich schon von seiner Honepage, wie schon von mir befürchtet lief er aber auch wieder den Hobbylauf mit 😉 Ich hatte noch leichte Hoffnung er würde vielleicht nur den Hauptlauf rennen, aber dem war nicht so. Im Nachhinein vielleicht sogar: zum Glück, aber dazu später mehr :))
Los ging’s nämlich mit dem Bambinilauf und K2. Während sich K3 vehement beschwerte, dass sie diesmal keine Startnummer bekam musste sich der Große noch gedulden, da er erstmals beim Schülerlauf ran durfte. Oder musste, je nachdem.
Interessanterweise ist die Veranstaltung hier in Wendelstein enorm gut von den lokalen Laufvereinen besucht. Keine Ahnung warum, aber man findet in allen Läufen fast nur StarterInnen von Leichtathletikvereinen und das geht schon bei den Kleinsten los. K2 war in ihrer Altersklasse somit die einzige „nicht-Vereins-Starterin“ und hatte, auch altersbedingt, einen entsprechend schweren Stand im Feld. Die Strecke ist mit 680m für die Kleinsten auch noch ganz schön lange, dennoch lief sie ein tolles Rennen! Sie hielt im Vergleich mit vielen anderen enorm lange den Laufschritt und konnte so einige Schnellere wieder schnappen. Leider musste sie das später etwas büßen und konnte die Zielgerade nicht mehr durch laufen. Sie war fix und alle und ging an meiner Hand durchs Ziel – klasse zu Ende gekämpft und die Vorjahreszeit um 2 Minuten gesprengt! (Damals allerdings mit Sturz, Wendelstein ist für sie wohl kein so gutes Pflaster)
Direkt danach war der Große dran. Als jüngster Jahrgang im Schülerfeld, dazu noch als „junger“ Starter innerhalb des Jahrgangs und gegen die ganzen Vereinsläufer stellte er sich direkt ganz nach vorne in der Startaufstellung. Von wem er dieses Ego nur hat? 😀
Der Lauf ging los und er wurde recht schnell durchgereicht. Ich ging mit K3 auf den Schultern wieder entgegen – die ersten Läufer rauschten durch, dann einzelne Grüppchen und ein größeres „Hauptfeld“ – daran hielt er aber ganz gut Anschluss! Er versuchte noch vorne ran zu kommen und lief den Lauf sauber zu Ende! Für die 1250m brauchte er etwas über 6 Minuten – auch er hat sich seine Medaille mehr als verdient!
Danach war für uns erstmal etwas Pause angesagt. Es folgte der Schülerlauf der Mädchen und  weitere Jugendläufe. Ich hatte noch knapp eine Stunde bis zum Start und wir gingen wieder auf das Vereinsgelände. Die Kiddies hatten sich das Kuchenbuffet als nächstes Ziel ausgesucht und so setzten wir uns in die Sonne. Ich machte mich so nach und nach startklar, verschob mein Warmup aber noch, da die Siegerehrungen der Kinder anstanden! K2 konnte ich noch verfolgen, für K1 wurde es dann doch zu knapp und ich drehte erstmal ein paar Runden um die Laufbahn. Nochmal einen kurzen Abstecher zur Siegerehrung und 5min vor Start ging ich in die Startaufstellung. Roland hatte mir vorher schon den Sieger angekündigt, außer den beiden wusste ich sicher noch von einem Läufer aus „meinem Verein“ (auch wenn ich mit der Leichtathletikabteilung weiter nix zu tun habe), dass er sehr flott unterwegs ist. Ansonsten waren alle weiteren StarterInnen Wundertüten für mich.
Das Rennen ging los und was sich entwickelte war genau das: ein Rennen! Der erste Kilometer war viel zu schnell (3:2x) und es kristallisierte sich ziemlich zügig eine Vierergruppe vorne heraus: die drei oben genannten und ich mitten drin. Das Tempo wurde gefühlt ziemlich langsam (wie sich später in den Daten zeigte immer noch knapp unter 4:00, dennoch im Vergleich gemütlich), sodass ich unbeabsichtigt irgendwann für einige Zeit die Führung übernahm. ich wusste erstmal nicht so ganz wie ich mit der Situation umgehen sollte, ich ließ also erstmal laufen. Ab km 2 wurde es wieder schneller, wir liefen trotzdem teilweise zu dritt nebeneinander und ich überlegte wie ich das Rennen weiter gestalten sollte. Der Plan war: bis Start/Ziel so weiter und schauen ob ich in Runde zwei vielleicht jemanden los werden kann. Nunja, die Idee hatte mindestens einer der anderen auch, er erhöhte das Tempo aber schon direkt beim Einbiegen auf die lange Start/Ziel Gerade. Ich fiel auf die vierte Position zurück und musste zu Roland und dem von ihm angekündigten Sieger etwas abreißen lassen, behielt aber zumindest den Kollegen aus Katzwang in Schlagdistanz. Das trieb mich ans Limit, aber ich wollte nicht abreißen lassen um mir die Chance zu erhalten vielleicht auf der Zielgeraden noch etwas zu reißen und ich kam bis dahin tatsächlich wieder ran. Ich haute alles raus, was nich irgendwie in mir war, aber er ließ sich nicht überrumpeln und konnte meinen Angriff abwehren und knapp vor mir ins Ziel laufen. Die offizielle Uhr zeigte eine Zeit deutlich unter 16 Minuten und ich war mehr als zufrieden mit meiner Leistung!
Am Ende waren es 15:53, was einer Pace von 3:39 auf die offiziellen 4350m entspricht! Ziele erreicht, YEAH!
Ich konnte (und musste!) erst mal ordentlich durchpusten während Roland sich schon wieder für den Hauptlauf fertig machen musste 🙂
Ich blieb mit den Mädels noch da, während K1 mit #FrauOhneTwitter zum Kindergartenbasar düste, der zeitgleich stattfand. Ich unterhielt mich nochmal mit Daniel und erfuhr so nebenbei (ok, ich hatte mich „beschwert“, dass es beim Hobbylauf keine AK-Wertung gibt ;)), dass der Jugendlauf Teil des Hobbylaufs war, aber getrennt gewertet wird! Nun wurde es doch nochmal spannend was die Platzierung anging! Wir machten es uns nahe dem Buffet gemütlich und schlenderten ab und zu zum Ergebnisaushang. Und tatsächlich: Der Sieger und der Drittplatzierte der Gesamtwertung waren eigentlich im Jugendlauf unterwegs und so wurde ich in meinem Wettbewerb Zweiter!
Fast noch mehr freute ich mich, dass die Lücke zu Roland diesmal nur 8 Sekunden betrug (ich verschwieg bis hierher bewusst und mit voller Absicht, dass er vorher schon gesagt hat er will sich zwingen nicht „allzu schnell“ zu rennen, da er die Energie noch für den Hauptlauf braucht ;)).
Allerdings bedeutete das auch, dass wir noch eine Weile hier blieben um auf die Siegerehrung zu warten. Zur „Belohnung“ durfte K2 Fotos knipsen und K3 mit auf‘s Podest 😉
Es war wieder mal toll in Wendelstein! Nächstes Jahr geht’s bestimmt wieder her, aber als nächstes steht der ebenfalls schöne Krenlauf in Baiersdorf auf dem Plan!
Ein bisschen Data gibt’s noch hier bei runalyze und raceday.me!

5 thoughts on “Panoramalauf Wendelstein 2019

  • Servus Sebastian,
    das war tatsächlich eine ganz enge Angelegenheit, wo relativ unklar war, wer hier zum Schluss noch die größeren Reserven hat. Unsere Vierergruppe war ja auch altersmäßig sehr ungleich besetzt und man merkt immer erst nachher (ich also beim Hauptlauf), dass jeder Wettkampf (auch wenn man sich vornimmt, nicht an die Grenze zu gehen) trotzdem ein Wettkampf ist, der „Körner“ kostet. Spaß hat es in jedem Fall gemacht, tolle Veranstaltung mit guter Organisation und kurzen Wegen.
    Bis demnächst (Tiergartenlauf Nürnberg?)
    Sportliche Grüße
    Roland

    • Hi Roland,
      ja, besser kann man es nicht zusammen fassen! Ich habe die Belastung dann beim Kicken danach gemerkt 😉
      Beim Tiergartenlauf bin ich natürlich ebenfalls (du läufst hoffentlich 3 Runden :D), vielleicht sieht man sich beim ein oder anderen Lauf auch noch.

      Bei dem Kollegen aus Katzwang werde ich demnächst mal halten wenn er wieder auf der Laufbahn unterwegs ist, den sehe ich da ab und zu wenn ich die Kids beim Fußball trainiere.

      Viel Erfolg bei deinen nächsten Läufen!

  • Hallo „Fleggo“ / Sebastian,

    Wahnsinnszeit! Mein Tipp dann für denTiergartenlauf – lass Dich von Roland Rigotti ziehen und häng ihn in der Schlusskurve rechts ab 😉 Dann ist es ausgeglichen zwischen Euch.
    Und Anerkennung auch den Kids – da hat wohl jemand seine schnellen Gene vererbt …

    Gruß Iwan und Frauchen

    • Hey danke – auch für den Tip! Ich fürchte nur, dass ich beim Tiergartenlauf schon in Runde 1 nicht mehr in Schlagdistanz sein werde, außer ihr weißt die Streckenposten an Roland irgendwie bei den Tapiren vorbei zu schicken oder so 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.