Glück

Im Gefühle ausdrücken bin ich nicht gut. Ich rede selten bis nie darüber und behalte sie in der Regel für mich. Jetzt musste das aber mal raus. Irgendwie. Einfach so…

Anfang August. Donnerstagmorgen. Kurz vor 5Uhr. Das Baby kurz vor dem Wecker wach, ich darauf eingestellt mit der Kleinen runter zu gehen, damit meine Frau noch eine Stunde schlafen kann bis ich in die Arbeit aufbreche. Sie sagt: „Ich komme mit, du wolltest doch eine Runde Laufen gehen.“ Glück

Draußen: Dunkel. Nass. Dämpfig. Warm. Gefühlt ein Herbsttag mit falscher Temperatureinstellung. Ich: Müde. Angestrengt. Schleiche gefühlt durch die Straßen. Bewusst „langsam“, nur durch die Nase atmen – die beste Kontrolle für das Grundlagentempo. Die Kopfhörer beginnen zu spinnen: das Kabel am Stecker war schon leicht lädiert, jetzt ist es endgültig im Eimer. Ok, dann also keine Berieselung auf den Ohren – und das war das Beste was während des Laufs hätte passieren können. Die Gedanken wanderten erstmal umher. Ich spürte hier ein Zwicken, da ein Ziehen. Nichts schlimmes. Dennoch immer wieder negative Gedanken: „Warum machst du das überhaupt?!“ Patsch. Patsch. Patsch. Ein Schritt nach dem anderen landet auf der feuchten Straße. „Langsame Läufe sind doch sooooo langweilig!“ Für Intervalle oder sonstige Tempoverschärfungen oder irgendeine andere Form der Abwechslung bin ich aber zu müde. „Bringt der Mist hier überhaupt irgendwas??“ … Patsch. Patsch. Patsch… Irgendwann macht es dann Klick im Kopf. Ohne Auslöser. Einfach so. Ein absolute Zufriedenheit steigt in mir auf. „Wie geil ist das eigentlich?“ Einfach so aufstehen können, raus gehen, Laufen. Nur man selbst und die Natur. Patsch. Patsch. Patsch. Vögel zwitschern, es wird langsam hell. Herrlich. So etwas „banales“ genießen zu können ist perfekt. Glück.

Glück, dass der Kopfhörer kaputt ging.

Glück, dass ich trotz #mimimi weiter gelaufen bin.

Glück, dass es so früh ist, die Sonne erst aufsteigt und der Rest der Welt noch schläft.

Glück, dass ich einfach so in der Natur unterwegs sein kann.

Glück, dass meine Frau extra mit aufgestanden ist um mir das zu ermöglichen. Familie. Glück.

 

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