Road to Mammutmarsch – 01!

Vorhang auf!

Zwischen den Zeilen habe ich es immer mal wieder angekündigt und Andeutungen fallen lassen: 2018 steht ein großes Ziel auf dem Plan! Es ist kein Läuferisches im Sinne von „rennen“, auf andere Art und Weise aber dennoch enorm herausfordernd. Der Mammutmarsch! Eine „Wander“-Veranstaltung die es seit wenigen Jahren an mehreren Orten im Lande gibt. Das Ziel der Geschichte: 100km überwinden. Am Stück. In 24 Stunden. Los geht’s am 28.07.2018 im Süden Münchens.

Jap, andere rennen das, wieder andere rennen 100 Meilen statt 100km oder noch weiter. Wir wandern es. Ja, wir! Das ganze ist nämlich nicht mein eigenes Projekt, sondern ein Familienprojekt! Gut, jetzt nicht die ganze Familie, den Kids muten wir das natürlich nicht zu. Die werden schön von den Großeltern betreut, während wir uns ins Abenteuer stürzen! Ich möchte hier gleich zu Beginn protokollieren, dass es NICHT meine Idee war beim Mammutmarsch zu starten. OK, ich habe natürlich sofort „ja“ gesagt und seitdem nicht mehr locker gelassen, aber initial war ich unschuldig 🙂

Zurück zum Thema: Wie geht man so ein Ding an? 100km kann man sich ja wenn man mal darüber nachdenkt nicht wirklich vorstellen. Soll man die Strecke ohne Fahrzeug zurücklegen schon gleich gar nicht. Dazu kommt, dass wir die Kids nicht ständig irgendwo parken können und wollen – d.h. wir werden uns auch nicht „langsam“ an die 100km heran arbeiten können. Ein Hand voll Testwanderungen werden genügen müssen um möglichst viele Variablen auszuknocken. Und davon gibt es einige: Schuhe, Rucksack, Kleidung, Verpflegung (wann/wie/was?), Tempo, Stöcke(?), usw. usw. Bei einer inoffiziell übermittelten Finisherquote von 12% kann das nur gut werden! 😀

Der erste „Testmarsch“:

Zur ersten Wanderung am vergangenen Samstag haben wir die Kids mit den Großeltern im heimischen Garten geparkt. Wir haben uns mit „bis in ca. 4 Stunden“ verabschiedet, was zu leichten Verwirrungen geführt hat und Blicken die uns jetzt nicht so ganz ernst nahmen glaube ich 🙂 Ziel war es mal 20km zu wandern – das würde hochgerechnet auf 100 eine reine Laufzeit von 20 Stunden ergeben. Testen wollten wir dabei gleich unser vorhandenes Equipment (hauptsächlich Rucksäcke, Schuhe) und mal sehen was überhaupt passiert, wenn man so lange unterwegs ist. Läuferisch war ich bisher maximal knappe 3 Stunden unterwegs… da liegt viel unbekannte Welt vor uns! Ich hatte gleich die grandiose Idee neue Schuhe zu nehmen. Eigentlich wollte ich die Hokas von Flo laufen, allerdings sind sie mir nach mehrmaligem testen einen Tick zu klein (die große Zehe stößt vorne an), sodass diese wieder den Besitzer wechseln mussten. Ich habe mir lieber andere Schuhe (ebenfalls Hokas) besorgt. Das Modell trage ich schon als Laufschuh und bin hochzufrieden damit. In den Rucksack packte ich 3,5l Wasser auf 3 Flaschen verteilt, ein paar Nussriegel und Nüsse extra. Ich wollte lieber zu viel Getränke mit nehmen als zu wenig, im Training schleppe ich gern ein paar Kilo mehr. Ein Highlight der „Einlesezeit“ in das Projekt (seit Dezember übrigens ;)) war ein Bericht von jemandem der sich für die komplette Distanz 5kg Erdnüsse eingepackt hat. Mega! 😀

Zurück zur Strecke. Bei sonnigen 20 Grad liefen wir von zu Hause in Richtung der Strecke des Schwabacher Stadtlaufs. Da kennen wir uns aus, die Strecke ist ausgeschildert, wir wissen ungefähr wie lange und sollten uns nicht verlaufen – ideale Voraussetzungen also. Nicht so ideal waren meine Schuhe. Schon ziemlich von Anfang an drückte was auf den Fußrücken (vom Gefühl her eine Öse der Schnürung). Keine Ahnung warum, entgegen allem was man weiß habe ich mich erstmal nicht darum gekümmert, sondern erst in Schwabach (nach rund einer Stunde / 5km) endlich die Schnürung angepasst. Später stellte sich heraus, dass ich eine ordentliche Blase am Fußrücken als Erinnerung bekommen habe. Selber schuld. Viele „Highlights“ kann man von der Wanderung so nicht schildern außer: Wetter geil, Aussicht bombig 🙂

 



… also nochmal zurück zur „Checkliste“:

  • Schuhe: Nach der „Neuschnürung“ war es ok, mal abgesehen von der schmerzenden Stelle durch die Reibung vorher. Am Ende hat man die Anstrengung natürlich schon in den Beinen gemerkt. Ob anderes Schuhwerk besser geeignet wäre kann und will ich nicht mehr testen, die waren jetzt OK und werden es für die Wanderung auch bleiben. Ich überlege nur noch ein Wechselpaar einzupacken, bin mir aber noch unschlüssig.
  • Verpflegung: Ich hatte vor regelmäßig zu trinken und zu essen. Alle 60 Minuten trinken, alle 90 was futtern. Beim nächsten mal werde ich die Intervalle kürzer halten (30min trinken, 60min essen). Auf der kurzen Distanz war es kein Problem, mehr schadet aber wahrscheinlich nicht. Das „WANN“ wird also noch genauer ausgelotet. Das „WIE“ ist einfach: während man wandert. Den Rucksack kann man easy vom Rücken nach vorne holen, Zeug raus nehmen und essen. Im Vergleich zum Laufen ein Luxus! 🙂 Bleibt noch das „WAS“: Riegel sind gut, könnten aber auf Dauer nerven. Nüsse gehen immer! Bliss Balls sind ebenfalls super (wer sie nicht kennt: ist ein „Dattel-Feigen-Nuss-Bällchen„, gibt’s fertig beim DM. Könnte man auch selber machen, beim letzten mal habe ich aber dabei unseren Mixer geschrottet :D). Beim nächsten mal muss aber auf jeden Fall noch was „herzhafteres“ mit. Team Käsebrot, ich trete bei! Zumindest hatte ich darauf enorm Lust nach ca. 3 Stunden. Dass der Thai an dem wir vorbei liefen mir das Wasser im Mund zusammen laufen lies spricht auch Bände 😉
  • Rucksack: War im Prinzip gut! Einziger Haken: Der Schnupsi der Bauchschnalle war unter einer Halteöse. D.h. beim Öffnen musste ich immer fummeln um das Ding auf zu bekommen. Das könnte nach ein paar Stunden mehr eventuell nerven, ist aber auch kein Grund deswegen noch einen neuen Rucksack zu besorgen. Evtl. kann man an dem Ding was optimieren.
  • Kleidung: Trotz 20 Grad und Sonnenschein lief ich in einem Longsleeve. Das werde ich höchstwahrscheinlich so beibehalten. Einerseits ist es ein guter Sonnenschutz, außerdem nervt das Fliegegeviech nicht so sehr. Unten rum hatte ich eine Wanderhose an (kurz). Hier wechsele ich eventuell auch noch auf lang und dünn, eventuell auch mit etwas mehr Taschen, mal sehen. Außerdem am Kopf ne Cap, die bleibt. letzter Punkt: Strümpfe. Ich hatte normale kurze Laufsocken an. Die waren prinzipiell gut, wahrscheinlich ergänze ich die noch um Calf Sleeves. Zumindest als Option nehme ich welche mit, für irgendwann später.
  • Tempo: Wir sind einfach drauf los gelaufen. Am Ende landeten wir bei einem Schnitt von 6 km/h! klingt nicht schnell, ist aber 20% schneller als die geschätzten 5 km/h und würden eine Gesamtlaufzeit von 16 statt 20 Stunden bedeuten! natürlich wird man das nicht durch laufen können, aber es ist gut zu wissen, dass wir nicht kämpfen müssen um das Tempo zu laufen, sondern das es einfach so kam. Noch dazu, da die Strecke ja auch gut profiliert (immerhin knapp über 200 positive Höhenmeter!) war. Wir hatten eine nette Halbmarathonzwischenzeit von 3h 33min und 33 Sekunden 😀 (ok 30 Sekunden musste ich für das Foto warten ;))

Nach dem Lauf waren wir erst mal platt. Es ist zwar „nur“ gehen und nicht rennen, aber es waren trotzdem 21.5km und gut 3,5 Stunden. Die muss man erst mal auf den Beinen sein. Die Belastung für den Bewegungsapparat ist deutlich anders als beim Laufen (zumindest spürt man die Belastung an anderen Stellen am Körper :)), im großen und ganzen haben wir das aber ganz ordentlich weg gesteckt würde ich sagen. Die nächsten Wanderungen stehen noch nicht fest. ich würde gerne mal bis an die 50 gehen – ob das mit den Kids machbar ist ist aber noch nicht klar. Bisher haben wir nur einen Fixtermin: Die Halbmarathon Wanderung beim Frankenweglauf am 10.06.2018

Hier kann man sich noch die Daten der Wanderung ansehen.

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