Winterwaldlauf Erlangen – Traillauf

Lange war es ruhig hier. Der letzte Eintrag vom Silvesterlauf 2018 mit einer famosen PB über die 5k ist jetzt fast ein Viertel Jahr her! Ich hatte zwischenzeitlich noch einen Jahresrück-/Ausblick Post verfasst, aber irgendwie im Rummel der ganzen Jahresrück-/Ausblick Posts die so erschienen sind keine Lust ihn zu veröffentlichen. Also ab in die Tonne damit! 2018 war ein senationelles Laufjahr mit diversen Highlights. Ganz oben natürlich der Mammutmarsch mit #FrauOhneTwitter und den erfolgreich bewältigten 100km, sowie neben der erwähnten 5k PB auch der Babyjoggerhalbmarathon mit K3.

Aber auch 2019 soll grandios werden und wieder mal Neues mit sich bringen. Diesmal steht auf dem Zettel: mein erster Marathon! Ja, ich bin noch keinen gelaufen. Nie. Gewandert beim Mammut, ja, aber gerannt halt noch nicht. Das Ziel ist der Seenlandmarathon im September – viel Zeit also für eine ordentliche Vorbereitung. Die ist mittlerweile auch dadurch möglich, dass K3 mittlerweile durchschläft und ich in schöner Regelmäßigkeit früh Laufen gehen kann. Das wird auch mein kleiner Nebencontest sein: Die Trainingseinheiten werden wohl zu 90% stattfinden, bevor alle anderen wach sind – Integration ins Familienleben steht ganz oben auf der Liste!

Bisher verlief das Jahr bombastisch. Ich habe schon einige längere Läufe runter gerissen, vor allem aber regelmäßig mindestens 3 Laufeinheiten in der Woche unterbringen können. Das war vorher absolut nicht selbstverständlich. Im November und Dezember 2018 kratzte ich noch an den 150 Monatskilometern (bisher auch Peak für mich), nur um im Januar auf 175 und im Februar erstmals die 200 zu knacken. Fast beiläufig hatte ich auch erstmals ne über 70km Woche drin. Läuft also!

Mein erster „Vorbereitungslauf“ (wenn man es so früh im Jahr schon so nennen will) sollte dann der Winterwaldlauf in Erlangen sein. Ich habe super Erinnerungen, da ich hier vor drei Jahren erstmals die 10km in unter 40 Minuten gelaufen bin (exakt 39:59 :D). Seit letztem Jahr gibt es einen Traillauf über 7,3km, den es dieses Jahr auch mit einer zweiten Runde und somit 16km gibt. Für die 16km hatte ich mich auch angemeldet, denn Trails kann man nicht genug bekommen – auch das war eine Erfahrung aus dem letzten Jahr!

Die Tage davor…

Leider kämpe ich seit Anfang der Woche mit einer Erkältung, die nicht so recht weiß was sie werden will. Schlimm ist es nicht, wirklich gut auch nicht. Ich habe unter der Woche zwei Läufe gemacht mit dem Ergebnis: „geht schon“. Nur nicht wirklich gut. Nicht ganz so schweren Herzens meldete ich mich kurzfristig auf die kurze Strecke um, denn das hatte den schönen Nebeneffekt, dass ich keine Zeitprobleme mit dem Fußballspiel von K1 bekomme. Die Jungs trainiere ich ja und würde sonst erst zur Halbzeit am Platz sein, so komme ich rechtzeitig eine halbe Stunde vor Spiel. Win-Win wenn man so will.

Durch die Erkältung tue ich mich aber mit der Zielsetzung schwer. Ich habe mich vorher auf zwei Ziele festgelegt (ankommen führe ich jetzt mal nicht extra auf):

– Sub30. Für knapp über 7km nicht ganz unambitioniert, wenn man die Strecke und den eigenen Zustand nicht einschätzen kann

– 4:00 Pace. Nochmal etwas ambitionierter 🙂

… Schauen wir mal, zumindest das Wetter verspricht bombastisch zu werden!

 

Raceday!

Wettkampftag! Endlich mal wieder! Das Wetter wandelte sich von „winterwaldlaufwürdig“ über die Woche in „perfektes Frühlingswetter“. Die Sonne strahlte, keine Wolke am Himmel. 20 Grad waren gemeldet, aber immerhin sollte es im Wald noch so schattig sein, dass der „Winter“ im Titel des Lauf zumindest ein wenig gerechtfertigt war.

 

Als Support hatte ich die Mädels und Oma dabei, während die beste Läuferfrau und K1 den Fußballspieltag vorbereiteten. Wir kamen eine knappe dreiviertelstunde vor Start an, das war genau passend zum Startnummer holen, umziehen und kurz einlaufen.

 

Zum Warmup wollte ich den ersten Kilometer der Strecke schon mal ablaufen, auch um mich etwas zu orientieren und die Streckenmarkierungen kennenzulernen. Als ich zurückkam war die Vorbesprechung schon in vollem Gange und ich bekam gerade noch so das Ende mit. Nunja, immerhin :). Wir begaben uns dann zum Start und was soll ich sagen? Mein WarmUp ging in die völlig falsche Richtung 🙂

Egal. Am Start begrüßte ich noch kurz Rene, den ich auch beim Indoormarathon schon mehrmals auf der Strecke getroffen hatte und sortierte mich irgendwo im vorderen „weiß-auch-nicht-genau-wie-ich-das-heute-so-angehen-soll“-Bereich ein. Nach „Auf die Plätze“ ging es auch schon direkt los! Im Vorfeld hatte ich ja ein paar Gedanken an die Strecke verschwendet, aber was hier in dem Wald veranstaltet wurde war fantastisch. Ich „befürchtete“ es würde halt normale Waldwege mit ein paar Trampelpfaden geben, aber es war eine grandiose Strecke. Los ging’s direkt durch eine Sandgrube (an dieser Stelle befand sich eigentlich eine Kinderspielplatzseilrutsche), danach führte der Weg mehr oder weniger querfeldein über eine Wiese. Ich arbeitete mich hier schon etwas vor, da es mir doch ein bisschen zu langsam war. Danach ging es für vielleicht 20 Meter auf einen „normalen“ Waldweg um dann direkt in einen breiteren Trampelpfad über zu gehen. Es folgten Singletrails, die einem das Überholen nicht wirklich ermöglichten. Das war aber nicht schlimm, ich war mit meiner Position sehr zufrieden, die Jungs vor mir liefen ein perfektes Tempo, sodass ich nicht den Drang hatte vorbei zu wollen. Nach einem guten Kilometer führte die Strecke über einen ca. 10m hohen Rodelhügel, der über Wurzelstufen erklommen wurde und führte uns direkt wieder in den nächsten Singletrail.

Konzentration war enorm gefordert, da der Untergrund nicht nur uneben durch die vielen Wurzeln, sondern auf den Wurzeln auch von der Nacht noch rutschig und zwischendrin matschig war.

Es machte einfach richtig Spaß!

Nach knapp 3km ging es dann mal auf einen normalen Waldweg. Zeit den Kopf etwas ausschnaufen und die Beine rollen zu lassen. Anscheinend habe das nicht nur ich so gemacht, denn im nächsten Trailabschnitt liefen wir alle wieder wie an der Perlenschnur entlang – bis uns eine Gruppe entgegen kam. Tjoa, verlaufen… 🙂 Also nochmal zurück und die letzte Abbiegung genommen, die wir alle verpasst hatten. Anscheinend hatte nicht nur ich mit dem Untergrund mehr zu tun als mit der Orientierung, aber was soll’s, es war nicht weit. Der weitere Weg war ebenso toll wie der bisherige. Schmale Pfade, ab und zu einen Hauptweg gekreuzt… ich hatte schon längst keine wirkliche Orientierung mehr wo ich eigentlich bin, aber laut Uhr waren noch so grob 2km zu Laufen. Mir war nicht klar wie, aber wir kamen wieder am Rodelhügel vorbei und nun kannte ich mich wieder halbwegs aus. Weit war es nicht mehr, der Weg wurde etwas breiter und ich zog an den Dreien vor mir vorbei. Da wir alle die 16km Nummern an hatten sagte ich ihnen, dass ich nur eine Runde laufe. Ich weiß nicht ob sie verstanden haben, dass ich ihnen nur mitteilen wollte, dass wir nicht im gleichen Wettbewerb unterwegs sind, nicht dass sie sich an mich dran hängen – das hätte mir nämlich gut passieren können und ich hätte mich an deren Stelle vielleicht unnötig abgeschossen.

Der Weg führte also zurück wie wir gekommen waren. Ich erhöhte das Tempo, es ging raus aus dem Wald. Ich dachte es würde auf der „klassischen“ Strecke um die Wiese zum Ziel gehen, aber hey, das Ding heißt Traillauf! Es ging also wieder über die Wiese und durch den Sand. Ich hörte den Sprecher schon, der mich als Siebtplatzierten ankündigte, allerdings bog ich, nachdem ich im Lauf den Streckenposten zurief, dass ich vorher noch umgemeldet hatte, ins Ziel ab und durfte freudig erfahren, dass ich als Erster eingetroffen bin. Damit hätte ich absolut nicht gerechnet!

Alle vorgenommenen Ziele habe ich erreicht (auf 7,3km gerechnet den 4:00er Schnitt sogar unterboten) und die erste Medaille des Tages überreicht bekommen 🙂 Besonders hat mich dabei gefreut, dass ich am Ende der doch anstrengenden Strecke auf den letzten gut 1000m das Tempo nochmal deutlich nach oben schrauben konnte:

Den Lauf gibt’s natürlich auch nochmal hier bei runalyze.

 

Leider (oder aus zeitlicher Sicht zum Glück :)) gab es für den kurzen Traillauf keine Siegerehrung, sodass ich eine halbe Stunde vor Spielbeginn pünktlich zum Aufwärmen am Fußballplatz stand und den nächsten Sieg komplett mit feiern durfte 🙂

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