1. Tiergartenlauf in Nürnberg – 10km

Der erste Tiergartenlauf in Nürnberg – ein tolles Erlebnis! Es war sehr viel sehr ungewohnt: Start am Freitag Abend um 19Uhr, relativ knapp bemessenes Starterfeld (2 Läufe, ca. 500 Starter), sehr anspruchsvolle Strecke (rund 200HM!), 3-Runden für die 10km und ein ganz besonderes Publikum!
Wir machten uns um 14:30Uhr extrem früh auf zum Tiergarten. Normalerweise brauchen wir rund 20min, da an diesem Wochenende aber Rock im Park ist waren wir ne gute Stunde unterwegs. Das beobachten der Festivalbesucher war witzig, die Erinnerung daran dort selbst mal Teil der Menge gewesen zu sein irgendwie auch 🙂

Nach einem Stop beim Bäcker waren wir um kurz vor 16 Uhr am Tiergarten – perfekt, hatten wir doch noch eine Nachmeldung zu erledigen!

Ursprünglich haben wir darauf verzichtet Oli anzumelden. Die anderen Kinder in der Voranmeldeliste waren alle (deutlich) älter und ob er überhaupt nen Kilometer packt? Naja, nachdem er im Urlaub meinen 5er und die dort gelaufenen Kinder gesehen hat hat er doch leicht gedrängelt 🙂 Die Abmachung war: wenn er mit mir ne Proberunde über 1km schafft versuchen wir, dass er einen Platz über die Nachmeldung bekommt. Tja, der 1km-Test endete in einer über 2km langen Runde (ich hatte extra den Radanhänger dabei damit er aufhören kann wenn er will, aber er wollte nicht :)). Somit wollten wir natürlich gleich zu Beginn der Startnummernausgabe da sein und es lief alles wie geschmiert. Rein, Sachen geholt, nachgemeldet, raus, fertig. So, und nun? 2,5h Zeit bis zum Kinderstart. Aber es gibt ja definitiv schlechtere Orte um sich die Zeit tot zu schlagen – also „Streckenbesichtigung“! 🙂

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Paviane, Manati-Haus, Blauer Salon, auf der Strecke dann hinter zum großen Spielplatz und über das Nashorn- und Gorillahaus wieder zum Startbereich. Die „Stimmungsnester“ wurden dabei schon mal begutachtet, genauso wie das Orga-Team beim Aufbau… Und er erste Kilometer war somit auch geschafft 🙂

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Das Wetter spielte überraschenderweise auch mit:
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…bzw. so überraschend nun auch wieder nicht, schließlich hatte ich noch bei jedem Wettkampf gutes Wetter, da ändert offensichtlich auch Rock im Park nichts daran 🙂

Zurück beim Start waren wir noch beim Jako-O Stand, der einige „Goodies“ für die Kinder zu bieten hatte und haben dann den „Umziehprozess“ eingeleitet:
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Bei Oli war das schnell gemacht, Chip an den Schuh, das gewünschte Tiergartenshirt an und fertig 🙂 Die anderen Kinder drängelten schon 15min vor dem Start. Nett war der Kommentar vom Streckensprecher „hier sind ja einige Eltern motivierter als die Kinder! Lasst euch Zeit, es dauert noch!“ …wir stellten uns irgendwann während der kurzen „Aufwärmanimation“ auch dazu. Kurz danach startete der Countdown zum Start.

Kinderlauf

Los ging es im Tiergarten nicht mit einem Startschuss, sondern – für die Tiere – mit einer Startfanfare (oder -Tröte 🙂 ) … etwas leiser, aber genauso effektiv!
Als erstes möchte ich mal die Eltern loben. Das war glaube ich der erste Kinderlauf, den wirklich NUR die Kinder liefen! (Ob den Kilometer die Eltern nicht geschafft hätten? Ja, gemein, ich weiß 🙂 …wobei, so gemein auch nicht, laut Sprecher schaffen 70% der Deutschen es nicht nen Kilometer am Stück zu rennen… Krass!) nun aber zum eigentlichen Lauf: Die Strecke ging von den Erdmännchen/Giraffen vorbei an den Pavianen hoch zum Gorillahaus. Dort an der Lagune vorbei, den Berg runter bis zu einem Baum („Wendepunkt“) und irgendwie durch(!) den blauen Salon wieder zurück zum Start. Vom Lauf selbst habe ich natürlich nicht viel mit bekommen, da ich am Start/Ziel auf Oli gewartet habe. Oli startete fast ganz hinten, kam aber nach knapp über 6 Minuten (!) wieder im Ziel an. Wahnsinn der Knirps! Er war nebenbei auch noch der einzige 2011er Jahrgang, alle anderen 2010 oder älter. Krass war auch die Siegerzeit von 3:28! Klar, das Mädchen war Jahrgang 2001, aber laufen musst du das trotzdem erstmal!

Stolz wie ein Schnitzel hat Oli den Rest des Tages seine Medaille um den Hals getragen 🙂

Hauptlauf

Nachdem die Kinder dran waren habe ich mich auch mal fertig gemacht: Transponder hin, Schuhe an, Startnummer rum, nen letzten Schluck getrunken – was man halt so macht – und bin gleich (15min vor Beginn) vor zum Start. Auf ein Warm-Up hatte ich so gar keine Lust und hab es auch sein lassen. Ein Zeit-Ziel hatte ich aufgrund des Streckenprofils nicht, da ich mich aber kenne und nicht zurück nehme beim Lauf wollte ich relativ weit vorne starten. Es wurde dann so ca. die dritte Startreihe, ganz vorne in der Mitte war ein Pulk Kinder, denen ich später noch begegnen sollte…
Mit der vom Kinderlauf bekannten Fanfare ging es los. Auch in der dritten Reihe braucht es ein paar Meter bis man richtig starten kann, da es einfach nicht klappen kann, dass alle gleichzeitig so los laufen können wie sie wollen. Die paar Meter waren bei mir genau bei der Startlinie rum, also alles gut, auf geht’s. Die Zuschauer standen dicht gedrängt bis zum Gorillahaus. Das war dann ungefähr der Punkt, an dem der Kids-Pulk aus der ersten Reihe seinen Sprint eingestellt hat und ich einem fast in die Hacken gerannt bin… Dann ging es auf dem einzigen längeren flachen Stück des Kurses zum großen Spielplatz – soweit war die Strecke ja bekannt – hin zum wirklich knackigen Teil der Strecke. In einer Kurve ging es bergauf vorbei an Kamelen und Wildpferden auf ein kleines Flachstück. Bei den Zebras wieder steil hoch in engen Kurven durch den Tunnel bei den Pinguinen/Seelöwen/Eisbären vorbei und hoch zur Waldschänke. Wow, ziemlich genau ein Kilometer fast nur bergauf (KM 5 im Rennen fiel exakt auf dieses Teilstück!). Über den Panoramaweg ging es am kleinen Spielplatz vorbei wieder hinunter auf den „Wildtierweg“ – wieder ein etwas längeres flaches Stück – um dann nochmal in einem kurzen, aber knackigen Anstieg in den Raubtierbereich zu kommen. Hier oben war der einzige Verpflegungspunkt (nur Wasser?) auf der Strecke – vielleicht wäre für die Zukunft ein zweiter im Bereich des Ententeichs noch gut, vermisst habe ich ihn aber eigentlich nicht, man kam ja mehrmals hier vorbei. Von nun an ging es nur noch (steil!) bergab in Richtung Start-Ziel – zwei mal links für die nächste Rund, danach einmal rechts für den Zieleinlauf.

Wie schon zwischen den Zeilen mehr oder weniger deutlich zu erkennen war: Die Strecke hat es definitiv in sich. Den ersten Kilometer bin ich aus Gewohntheit mal in 3:44 los geballert. Ich habe schnell selbst gemerkt, dass das zu schnell war, musste mich aber gar nicht wirklich bemühen Tempo raus zu nehmen, das hat die Strecke für mich gemacht 🙂 Ich hatte den Verlauf anders im Kopf (gedanklich war ich direkt Richtung Waldschänke unterwegs), sodass mich die Streckenführung etwas überrascht hat, fand den verlauf durch den Tunnel bei Punguin/Seelöwe/Eisbär aber super! Das hat zwar die Distanz auf der Uhr gecrasht, da dort drin das GPS Signal etwas weg war, aber der Pinguin fand’s glaube ich ganz witzig, dass da Menschen vorbei rennen – er hat jedenfalls interessiert zugesehen. Von den anderen Tieren habe ich (abgesehen von den lärmenden Pavianen) nicht allzu viel mit bekommen, entweder hatten sie sichversteckt oder wie immer aus ihrem Gehege raus gesehen – nichts auffälliges. Auch die Strecke nach der Waldschenke (in Gedanken hatte ich die Runde da oben abgehakt) hat sich noch gut gezogen, vor Allem der Anstieg in Richtung Raubtiere war giftig – natürlich pro Runde jeweils noch ne Stufe härter.
Alles in allem habe ich es aber irgendwie doch ganz gut hin bekommen mit den Kräften halbwegs zu haushalten, denn einerseits waren meine selbstgestoppten Rundenzeiten auf allen drei Runden relativ konstant (wenn man den übertriebenen KM 1 mal „anpasst“), zum anderen konnte ich bis Rennende bei den Anstiegen etwas Boden auf die Vorderleute gut machen (nur um bergab noch mehr zu verlieren 🙂 – das sollte ich unbedingt mal irgendwie üben).

Im Ziel war ich dann völlig platt nach 42:39.25 Minuten als Gesamt 12., männlich 11. und 2. in der AK M30! Hui! Damit hatte ich absolut nicht gerechnet vorher!

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Auf der Strecke gab es noch zwei „Besonderheiten“:
Einen Teil der Kids vom Anfang habe ich in meiner dritten Runde überrundet, sie sind auf der Strecke nur noch spazieren gegangen… Nachdem das wirklich eine Gruppe war die zusammengehört hat habe ich den Eindruck, als hätten von ihnen einige mitkommen „müssen“. Vielleicht täusche ich mich auch, aber wenn: das finde ich grundsätzlich schon doof, besonders aber in diesem Fall, da die Startplätze stark begrenzt und der Lauf extrem schnell ausgebucht war. Da hätten einige Läufer bestimmt gerne einen Platz bekommen die leer ausgegangen sind – völlig unabhängig davon ob schnell oder langsam, das ist ja wurst, aber auf jeden Fall motiviert! …naja, vielleicht tue ich ihnen auch etwas unrecht – wie gesagt, das war mein Eindruck während des Laufs.
Dann hatte ich noch einen anderen „Zwischenfall“. Wie erwähnt sind beide „Hauptläufe“ (6,6km – 2 Runden und 10 km – 3 Runden) zeitgleich auf die Strecke. das führte dazu, dass ich ab Runde 2 andere Läufer überrunden musste, in Runde 3 wurde es aber extrem. Da die Strecke nun mal so eng ist wie sie ist wäre es echt schön, wenn Leute, die schon überrundet wurden dann nicht wieder den ganzen Weg blockieren weil sie nebeneinander laufen. Es ist extrem anstrengend gefühlt alle 10 Meter von hinten zu rufen oder im Zick-Zack um andere Leute zu laufen. Besonders toll ist es dann wenn man auf sein „Achtung“ von hinten nach dem vorbei laufen hinterher gerufen bekommt „Ruf halt rechts oder links, damit man weis wo man Platz machen soll!“ – Spitzen Idee! Schon mal probiert? Ich bin froh, wenn mein „Achtung“ gehört wird. Wenn ich jetzt noch „rechts“ oder „links“ dazu rufe versteht der eine Teil es so, dass ich auf dieser Seite komme, die andere versteht es so, dass sie auf diese Seite ausweichen soll und der dritte ist verwirrt und läuft erst rechts, dann links. Alles schon erlebt. Deswegen versuche ich mich einfach irgendwie bemerkbar zu machen und reagiere dann auf die Vorderleute. Bzw. wenn Platz da ist sage ich gar nichts, da ist die Chance, der/die andere läuft einfach genau so weiter wie bisher am größten.
An dieser Stelle wird es aber Zeit endlich mal die Organisation zu loben. Wie ich mitbekommen habe waren das sehr viele Tiergarten-Mitarbeiter die das in ihrer Freizeit ehrenamtlich nach Arbeitsende gemacht haben. Das war echt klasse! Überall an der Strecke stand jemand, entweder im die Richtung zu weisen, vor evtl. rutschigen Brücken / Streckenteilen zu warnen, den Vorderleuten anzuzeigen, wenn ein schnellerer von hinten kommt(! :)) oder einfach nur um anzufeuern. Echt klasse! Das Getränkereichen hat ebenfalls super geklappt, genauso wie die Startnummernausgabe. Für eine Premiere war das echt stark! Grüße auch an @tiergartenlauf 😉

Achja, die Medaille war natürlich auch sensationell!
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Abschließend kann ich nur sagen: Es hat richtig Saß gemacht, ich komme gerne nächstes Jahr wieder, werde mir aber überlegen, dann die 6,6km zu laufen.

Zahlen, zahlen, zahlen!

Im Nachgang gibt’s noch etwas Statistik für den, den es interessiert. Bei diesem anspruchsvollen Lauf ist das wirklich interessant.
Ich hatte glaube ich noch nie so eine Varianz zwischen meinen KM-Paces. zwischen dem schnellsten (KM 1 in 3:44) und dem langsamsten (KM 5 in 4:59) lagen 1:15min!

KM_Tiergarten

Auch die Geschwindigkeitsaufzeichnung war sehr … variabel 🙂 … mit einigen Spitzen die ich so vorher wohl auch nie hatte:
Paces_Tiergarten

Hier die selbst gestoppten drei Runden:
Runden_Tiergarten

…und das Höhenprofil. Einmal von meiner Uhr (korrigiert durch runalyze):
Hoehe_Tiergarten
und in toller Aufmachung von der Veranstalterseite:
Strecke-Höhe_final

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