Bayrische Meisterschaft LaserRun 2021

Bayrische Meisterschaft…
Offene Bayrische Meisterschaft….
Offene Internationale Bayrische Meisterschaft!

So ist es korrekt! Nach der offenen hessischen Meisterschaft, die zwar sehr klein, aber sehr schön war ging es wie letztes Jahr auch diesmal wieder nach Wangen bei Starnberg in den Süden Bayerns zur bayrischen Meisterschaft. Eine offene Meisterschaft – d.h. frei für alle „nicht bayrischen“ Sportlerinnen und Sportler – war es ja sowieso, aber diesmal waren erstmals(?) eine Gruppe aus Polen, sowie ein Athlet aus Österreich am Start, sodass sich der Wettkampf hochoffiziell „international“ nennen durfte!

Anders als im letzten Jahr reisten wir diesmal erst am Morgen des Wettkampfs an. Oli hatte am Abend vorher noch ein Fußballspiel, sodass wir erst gegen 20 Uhr angekommen wären – frühestens – das hätte sich auch nicht wirklich gelohnt. So fuhren wir morgens um halb 7 weg, kamen super durch und waren mehr als zeitig am Sportplatz des SV Wangen. Leider identisch zum letzten Jahr waren die Temperaturen: tief im einstelligen Bereich hat der Oktober erstmals wirklich den Herbst raushängen lassen. Zum Glück nicht wie letztes Jahr auch noch komplett verregnet, sondern diesmal – zumindest im Laufe des Tages – „golden“, aber ich war anfangs dennoch froh meine dicke Jacke, Handschuhe und Mütze eingepackt zu haben.

Wie schon in Bensheim auch habe ich wieder einen Ecoaims Stand aufgebaut. Wieder mit bester Sicht zum Schießstand (aber die war allgemein recht gut :)). Nachdem alles aufgebaut war dauerte es auch gar nicht mehr lange und die Wettbewerbe gingen schon los. In der U9 durften direkt die Mädels ran! Beide liefen sehr gute Rennen, mussten sich aber der Starterin aus Wangen geschlagen geben, die einen richtig, richtig guten Wettkampf ablieferte!

Direkt danach war Oli an der Reihe. Auch er zeigte einen starken Wettkampf. In Runde eins lieferte er sich ein Duell mit Elena, die über unser Feriencamp zum Fünfkampf gefunden hat. Nach dem zweiten Schießen hatte er dann einen kleinen Vorsprung und eigentlich dachten wir der Sieg wäre sicher, doch wir machten alle – wohl auch Oli – die Rechnung ohne Wojtek aus Polen. Mit einer fantastischen zweiten Laufrunde sicherte er sich den Sieg knapp vor Oli, Elena konnte den Sieg bei der U11w souverän eintüten.

Nach den Läufen der U13/U15 und der U17, in der sich Timon seinen Titel für den TSV Katzwang als einziger Starter der Altersklasse abholte, ging es dann für mich bei den Senioren um die Wurst. Das Feld war (leider? :)) top besetzt: Neben Tobi, der sich kurzfristig entschloss doch selbst zu starten war auch Dominik Olejarz am Start. Er ist in seinem ersten(?) Seniorenjahr und eigentlich Kaderathlet im Bundesstützpunkt in Potsdam. Entsprechend war allen klar: der Sieg geht wenn überhaupt nur über ihn. Mein realistisch gestecktes Ziel war der dritte Platz, aber erstmal sollte es überhaupt ein ordentlicher Wettkampf werden. Die Strecke war richtig gut und dieses Jahr für mich erstmals in ihrer vollen Pracht zu laufen, da im letzten Jahr aufgrund der schlechten Wetterbedingungen und bescheuert parkenden Autos eine 2* 400m Runde über den Fußballplatz gelaufen werden musste.

Die Streckenführung war etwas wild – ich versuche sie mal in Worte zu fassen: Der Schießstand war an einer Grundlinie des Fußballplatzes. Start an einer Eckfahne. Man lief von der Eckfahne halb über den Platz, dann eine Schleife zur Grundlinie und zum Schießen. Danach ging es zurück Richtung Eckfahne, raus vom Fußballplatz (steil und rutschig bergab), eine 90° Kurve nach rechts hinter dem Schießstand entlang und wieder nach rechts in den Wald. Der Weg ging ab hier – noch leicht – bergauf. Nach den 100m parallel zum Fußballfeld bog man dahinter wieder rechts ab in den Wald – jetzt auf rund 150m länge ordentlich steil bergauf. Oben angekommen ging es in leichten Schlangenlinien wieder runter, am Parkplatz vorbei zurück zum Sportplatz und wieder zur Eckfahne. Exakt 800m, laut Ausschreibung 30HM pro Runde. Nice! 🙂

Das Einschießen lief halbwegs ordentlich und so schnell schaute ich gar nicht ging es auch schon los. Am Schießstand ging nicht allzu viel – wie beim ersten Schießen langsam üblich :/ Dominik stand neben mir und war deutlich vor mir als erster raus. Zum Glück lief es bei den anderen anscheinend auch nicht so gut, jedenfalls machte ich mich ziemlich in der Gruppe auf die Strecke. Auch schon standesgemäß schossen die Frauen besser, sodass ich kurz nach dem Weg auf die Strecke die beiden vor mir überholte und vorne nur noch Dominik ein gutes Stück vor mir laufen sah. Ich versuchte einfach mal den Abstand konstant zu halten und arbeitete mich parallel zur langen Seite des Platzes vorwärts. Hinter mir schloss jemand auf, als wir oben im Wald waren sah ich es war Tobi.

Wir liefen zusammen weiter zum zweiten Schießen, ich war knapp hinter ihm. Als wir ankamen hatte Dominik die ersten Treffer schon gesetzt und war fertig, als ich an meine Position einbog. Bei mir lief es relativ ok, bei Tobi etwas schlechter, sodass wir den letzten Treffer nahezu zeitgleich setzten und fast zusammen auf die Strecke gingen, ich knapp vor ihm. Er überholte mich aber recht schnell. Der Versuch dran zu bleiben gelang mir nur so halbwegs … ich lief aber meinen Stiefel weiter, sodass ich mit der Zeit weiter leicht an Boden verlor.

Auf dem Weg zum Dritten Schießen hatte Tobi jetzt wieder einige Meter Vorsprung, Dominik sah ich auf der Runde gar nicht mehr. Beim Schießen angekommen hatte Tobi schon begonnen, Dominik war fast fertig, hatte aber Probleme mit dem letzten Treffer. Sein Vorsprung war aber groß genug, sodass er recht deutlich als erster raus ging. Meine Schüsse fielen diesmal richtig gut! Ich war nach 13,9s fertig und sogar wieder vor Tobi als Zweiter auf der Strecke! Nach der Kurve hinter den Schießstand waren wir wieder mal gleichauf, Dominik nur noch ein vergleichsweise kleines Stück vorne. Mir war klar, dass ich langsam am Ende war – die Höhenmeter haben mich bei dem Tempo echt gekillt – also sagte ich zu Tobi: „Hol ihn dir!“. Er meinte nur „Neee, den nicht mehr“ aber nahm mir auf der Runde doch wieder ein gutes Stück ab 😉 Nichtsdestotrotz war bei der Ankunft am Schießstand das Bild für mich ähnlich wie nach der ersten Runde: Tobi hatte gerade begonnen, Dominik vielleicht zwei Treffer. Also schauen wir mal!

Aber … tja… naja. Wir schauten und schauten …. Und trafen: nichts. Also ich. Am Anfang viel zu hektisch und unkonzentriert, die beiden schossen super Serien und waren recht schnell weg… Ich stand immer noch ohne Treffer da. In dem Moment war alles gelaufen. Die beiden aus dem Schießstand, meine Konzentration mit ihnen und ich auf den dritten Platz. Mein Vorsprung nach hinten war groß genug, dass nichts mehr anbrennen würde und somit war auf einmal alles aus. Warum das manchmal so ist und ich nicht (noch nicht?) einfach konsequent weiter konzentriert schießen kann wird für mich wahrscheinlich noch länger ein Rätsel, auf jeden Fall eine offene Baustelle bleiben. Mit Ach und Krach bekam ich überhaupt die 5 Treffer noch in der Zeit ins Ziel. Über 40 Sekunden hatte ich glaube ich seit meinem Debüt nicht mehr… Für den Moment frustriert warf ich nach dem Schießen meine Cap zu meinem Stand und machte mich auf die letzte Runde. Die zog ich auch nicht mehr durch – wie gesagt, es war ja alles geregelt.

Im Ziel angekommen war ich immer noch etwas genervt vom letzten Schießen, war dann aber relativ schnell ziemlich zufrieden mit dem Rest des Wettkampfs! Ja klar, auch da waren die Schießen – abgesehen vom Dritten – nicht so wirklich mega gut, aber verglichen mit den anderen beiden vor mir hatte ich besser mitgehalten als vorher vermutet und war bis zum letzten Schießen eben noch voll im Geschäft! Bei den Bedingungen (der Kälte) waren die ersten drei Runden durchaus ziemlich gut! Irgendwo versteckt sich immer etwas positives. Manchmal muss man etwas danach suchen, in diesem Fall war es eigentlich sogar ziemlich offensichtlich 🙂

Danach war dann erstmal kurz Mittagspause. Wir wärmten uns in der jetzt immer mehr aufkommenden Sonne auf und stellten Staffeln zusammen. Eine Besonderheit der Bayrischen Meisterschaft hier in Wangen ist die 4er Staffel / Mannschaftsstaffel. Man bildet zu viert eine Gruppe, egal welcher Altersklasse, egal welcher Verein und alle müssen einmal aus 10m schießen und einmal die 800m Runde laufen. Ich war der Schlussläufer der Katzwanger Staffel mit Oli, Anna und Timon! Aber erstmal standen noch die „regulären“ Staffeln auf dem Programm. Hier waren die meisten alleine in ihren Altersklassen: Hannah und Oli konnten ihren Wettbewerb genauso gewinnen wie Anna und Timon und auch Tobi holte den Staffelsieg.

Und schon kam der Mannschaftswettbewerb dran. Vier Teams waren am Start. Alle hatten sich glaube ich von „klein nach groß“ gestaffelt, sodass es ein ziemlich spannender Wettbewerb werden sollte! Die ersten beiden aller Staffeln waren dann auch wirklich total dicht zusammen. Erst Timon konnte einen Vorsprung heraus schießen und diesen auf der Laufstrecke halten, sodass ich mit einem ca. 20s Polster und etwas Crash Talk der Konkurrenz im Gepäck auf die letzte Runde gehen konnte. 🙂

Das Schießen lief zum Glück wieder ok! Ich war fertig, als die anderen gerade am Wechsel waren und hatte noch ungefähr den Vorsprung, den Timon mir übergeben hatte. Diesmal zog ich die Runde ordentlich durch und brachte den Sieg dank des Vorsprungs den mir der Oli, Anna und Timon mitgegeben hatten ungefährdet heim, auch wenn Tobi hinter mir nochmal gut aufholen konnte!
Staffelschlussläufer, der nur noch den Sieg verlieren kann ist auch eine spannende Erfahrung, die ich so noch nicht hatte!

Der Wettkampftag war damit aber noch nicht vorbei – es stand noch die Offene Kategorie an! Diesmal durften die Mädels auch wieder mit mischen. Juli begleitete ich dabei auf der Laufstrecke – 2 * 400m ist das Doppelte zu ihrer normalen Wettkampfdistanz! Hannah packt das ja locker und für Oli ist es normal, aber Juli kämpft schon noch mit der ganzen Situation an und für sich. Aber sie wollte es machen, also war ich natürlich dabei! Da alle aus 5m Schießen mussten, egal ob groß oder klein, alt oder jung war es klar, dass sie nichts treffen würde. Ich wartete am Ende des Schießstands auf sie und wir machten uns gemeinsam auf den Weg.

Es war schon beim Start und beim ersten Schießen ein tolles Bild als alle nebeneinander standen, aber auch auf der Laufstrecke war es toll zu sehen, wie die Kleinen mit den Großen um die Wette rannten. Nach dem ersten Schießen waren einige der anderen auch noch nicht soooo weit weg. Oli lief zwar vorne sein Rennen für sich alleine, Hannah war irgendwo mitten drin und wir ganz hinten. Als wir auf dem Weg zum zweiten Schießen waren, war Oli schon fast fertig mit dem kompletten Rennen. Am Schießstand stand niemand mehr als Juli dort ankam, aber das war egal. Ich wartete wieder am Ende und während wir die letzte Runde angingen zog Hannah nochmal einen Schlusssprint an und machte zwei Plätze gut – da hat sie nochmal einen raus gehauen! 🙂 Unter dem Applaus der versammelten Zuschauer kämpfte sich Juli um den Kurs und kam zufrieden ins Ziel!

Es war ein rundum toller Wettkampf – danke an alle vom SV Wangen, die das Event auf die Beine gestellt haben!
Am Ende gab’s noch die Siegerehrung – zu meiner Überraschung auch mit Medaillen und Pokal für die Mannschaften! Ich freue mich schon auf nächstes Jahr – vielleicht ist irgendwann der Herbst auch so golden, dass man nicht mit dicker Winterjacke anreisen muss 🙂

Das Laser-Run Wettkampfjahr ist damit erstmal zu Ende. Es war wieder fantastisch! Ich konnte meine Zeit bei der Deutschen Meisterschaft Verbessern und den Vizemeistertitel erringen, ich habe erstmals Triathle ausprobiert und sogar der die Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft erreichen können. Ich konnte meine Bestzeit in Bensheim verbessern und hier drei Runden lang bei der bayrischen Meisterschaft mit der deutschen Spitze mithalten. Was will man mehr? 🙂

Zwei Jahre habe ich jetzt noch bei den Senioren in denen ich alles raushauen will was geht. In der Zeit muss mein Schießen konstant werden und ich muss eigentlich schon meinen Fokus auf die 400m legen. Das wird für die längere Strecke auch helfen, aber das große Ziel – das haue ich jetzt schon mal raus – ist es bei den Masters 40+ international wettbewerbsfähig zu sein. Bei den Senioren bin ich realistisch genug, dass das nur klappt, wenn die Top Leute nicht am Start sind. Ich habe zwar keinen Überblick wer zur 40+ noch so hoch kommt, aber wenn ich mir die bisherigen Zeiten, mit denen internationale Medaillen vergeben wurden ansehe sag’ ich es mal so: es ist alles im Bereich des Möglichen. Es liegt an mir – ich habe vor bis dahin schneller und nicht langsamer zu werden und die Schießleistung habe ich am Ende auch selbst in der Hand. Im wahrsten Sinne des Wortes!

So, es ist raus. Social pressure Incoming!! 🙂

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